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18. Ich mag nicht lügen.
Einem Knaben, Namens Georg Washington, hattejemand ein kleines Beil zum Spielen geschenkt. Damit hieber zu seiner Freude manches Stück Holz entzwei. Als ereinst mit dem Beil in den Garten kam, sah er da ein schlankesjunges Weichselbäumchen stehen. Nun kam ihm der Gedanke,das junge Stämmchen müsste sich mit dem Beile prächtigabhauen lassen. Er ging hinzu und nach wenigen Streichenlag das schöne Bäumchen am Boden.
Den andern Tag kam der Vater in den Garten, und alser das Bäumchen welk auf der Erde liegen sah, wurde erbetrübt und zornig. „Wer hat das getan?“ rief er, „der böseMensch soll mir's schwer biissen“. Georg stand eben hinterder Hecke und hörte des Vaters Worte. Er erschrak zwar:doch näherte er sich sofort und bekannte: „Vater, ich magnicht lügen; ich habe das Bäumchen in meiner Unbesonnenheitumgehauen; es ist mir leid um meinen Fehler.“ Da erheitertesich das Gesicht des Vaters, er sprach: „Weil du nichtlügst, verzeihe ich dir gern. Viel lieber, als das Bäumchen,ist mir deine Aufrichtigkeit.“
19. Das Schnupftuch.
Einst ging ein Handelsmann auf der Strasse daher undverlor sein seidenes Schnupftuch. Da fand es ein Knabe undsteckte es schnell in die Tasche.
Allein der Handelsmann merkte bald, dass er sein Schnupf-tuch verloren habe. Er kehrte daher wieder zurück, um eszu suchen. Als er zu dem Knaben kam, fragte er ihn: „Hastdu kein Schnupftuch gefunden?“ „Nein“, sagte der Knabe,„ich habe keines gefunden!“ — „Was? du unverschämterLügner!“ sprach der Mann; „sieh, der Zipfel davon hängt,dir ja zur Tasche heraus!“ Und damit riss ihm der Mann