Buch 
Deutsches Lesebuch für Sekundarschulen / von H. Utzinger
Entstehung
Seite
V
JPEG-Download
 

V

Luther und Tschudi geben Anlaß zu lehrreichen Vergleichungen mit derheutigen Schriftsprache. An der Stelle einer Reihe van Abhandlungenist das Sprichwort in mehrfacher Behandlung zu Ehren gezogen worden.

Eine bescheidene Anzahl von Illustrationen soll nicht nur dem Buchezum Schmuck gereichen, sondern auch bei der Jugend den Kunstsinn an-regen. Diesem Zwecke dienen namentlich einige Reproduktionen von Kunst-werken: der Dom zu Köln, eine Landschaft von Calame, die Opfer derArbeit von Vela, welche in Verbindung mit den zugehörigen LesestückenAnlaß bieten/ neben der Liebe zur Kunst auch dem Verständnis die Pfortebehutsam etwas zu öffnen.

Ein erheblicher Teil der Lesestücke ist neu. Zu den Lebensbeschrei-bungen von Gottfried Keller und C. F. Meyer sind die biographischenWerke von Bächtold und Adolf Frey benutzt worden. Für einige schöneBeiträge bin ich dem Lesebuch von I. P. Schmid in Bern, dem von Bäch-told in der Umarbeitung von Greyerz, dem Schweizerischen Jugendfreundund dem zürcherischen Sprachbuch für die 7. und 8. Klasse zu Dankverpflichtet. Die übrigen neuen Nummern sind aus den Quellen geschöpft;dabei sind außer bewährten ältern Dichtern, wie Hebel, Grimm, Hauff,Gotthelf namentlich neuere und neueste, besonders auch aus der Schweiz,zu Rate gezogen worden: Wildenbruch, M. v. Ebner-Eschenbach, Rosegger,Hermann Hesse, Gottfried Keller, C. F. Meyer, Widmann, Zahn, Boßhart,Heer, Lienert, Hardmeyer, Johanna Spyri, Lisa Wenger-Ruutz u. a. Beiden Bruchstücken aus größeren Werken, wie Romanen und Novellen, warder Bearbeiter bestrebt, abgerundete Bilder zu bieten; zu diesem Zweckemußte nicht nur das weggelassen werden, was über das Verständnis derJugend hinausgeht, sondern auch alles das, was nur im Zusmnmenhangdes Ganzen verständlich ist. Er erlaubte sich also mannigfache Strei-chungen, keineswegs aber Änderungen des Textes.

Kiisnacht, im September 1907.

H. Ulringer«