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Deutsches Lesebuch für Sekundarschulen / von H. Utzinger
Entstehung
Seite
12
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11. Der wackere Däne.

Hoch gingen die Wegen im Knttegat. Eine Barke wurde vonihnen hin- und hergeworsen, und der Matrose, der sich mit seinemKnaben in derselben befand, kämpfte mit Heldenmut gegen das tobendeElement. Er suchte das Ufer zu erreichen, allein sein Fahrzeug wurdezum Spiel von Wind und Wellen und drohte, an der Klippe, gegendie es geworfen wurde, zu zerschellen. Er gibt den ungleichen Kampfaus, bindet mit dem Seilwerk des Fahrzeuges sich mit dem Knabenzusammen und spricht zu diesem:Das nasse Grab ist für uns bereit:was nützt es, zu weinen? Wenn Gott nicht Hilfe sendet, so ist's mituns aus: im Tode aber werden wir beisammen sein."

Doch die Hilfe kommt. Bon der Höhe am Ufer schaut ein jungerBauer hinaus in das Meer. Er sieht die Barke des Matrosen undspricht zu feinem Vater, der mit ihm auf dem Acker arbeitet:JeneBarke ist in Gefahr, ich will versuchen, sie zu retten." Sörcn, sohieß der wackere Alan», spannt eilig die Pferde vom Pfluge undschwingt sich "auf eines derselben, eilt mit ihnen ans Ufer hinab undhinüber an die Klippe, wo die Barke auf den Wellen tanzt.

Laß von dem Wagnis ab, mein Sohn," rief der Vater.«Durettest den Mann nicht und bist selbst verloren mit samt unseren Pferden."

Aber Sören eilte dahin und rief durch den Sturmwind dem Vaterzu:Wenn mir ein Unglück geschieht, Vater, so sorg' für meineKatharine und für unser Kind!" Er schlägt mit seinen Füßen demPferd in die Seiten und treibt es hinaus in die See. Das andere,das er am Stricke nachzieht, folgt ihm. Bald erreichen die Tiere denGrund nicht mehr mit den Hufen und wollen zurück; aber aus Leibes-kräften treibt sie Sören an, und siehe, sie schwimmen pustend dahindurch die Wellen. Bis an die Brust reicht ihm das Wasser, ja oftschlagen die Wellen, über ihn und die Pferde dahin, dann staucht erwieder auf und mit ihm die Köpfe der Pferde, die endlich schnaubenddie Barke erreichen.Schnell," rüst er dem Matrosen zu,ergreifdas Pferd an der Mähne und schwing' dich auf seinen Rücken; Knabe,halte dich am Vater fest!" Bald saß der Mann mit dem Knaben aufdem Pferd und umschlang dessen Hals, während der Junge sich amVater festhielt. Durch das Brausen des Sturines geht es dem Landezu: unter steter Gefahr erreichen sie das Ufer, sinken auf die Kniee,alle drei, und danken dem Himmel für die Rettung. Voll Dankbarkeit