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Deutsches Lesebuch für Sekundarschulen / von H. Utzinger
Entstehung
Seite
53
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Bkühe ins Leben zurückgerufen, sagte er scheinbar ruhig:Wo istVolney?" Dann, als besann' er sich, stiesi er ein Jainmergeschrei aus,das uns durch die Seele ging.

Der Kaufmann >vich nicht von seiner Seite und leistete ihm jedeHilfe, welche die llmstände erforderten. Wenn die Ausbrüche der wildenVerzweiflung zu ruhen schienen, versuchte er von seiner Dankbarkeit undvon Belohnungen zu sprechen. Da sah ihn der Arme mit einer Mienean, in der sich der grimmige Schmerz und die gewohnte Gutmütigkeitwunderbar mischten, und sagte:Ich danke Ihnen für Ihre guteMeinung: reden Sie aber nicht von Belohnung! Ihr Kind hab' ichgerettet, weil es eben ein hilfloses Kind war : es ist mir lieb, es Ihnenerhalten zu haben. Nun aber mein Bolney dahin ist, die Freude undder Stolz meines Lebens, sind mir alle Güter der Welt nichts, garnichts mehr. Es ist aus mit mir."

Nach diesen Worten sing er von neuem an zu jammern. HeißeTränen strömten über seine Wangen, die ersten vielleicht, die er je ver-gossen hatte. Dann stand er aus und ging schweigend an sein ge-wohntes Geschäft.

Während dies auf dem Verdecke geschah, umschwamm das grüßliche Raubtier, unserer Wut spottend, zwei- und dreimal das Schiff:dann wendete es sich nach der offenen See, und lange noch sahen wir,als es die Flut langsam durchschnitt, die purpurne Furche, die es hintersich herzog, bis es sich in die blaue Ferne verloren hatte.

Fried r. Inka b s.

37, Schwesterliche.

Jphigenia Desille lebte mit ihrer Schwester, welche verheiratet warund vier Kinder hatte, sehr eingezogen und unbekannt in der ehemaligenBretagne, einer Provinz im nordwestlichen Frankreich, deren Einwohnersich zum Teil einige Jahre hindurch der republikanischen Regierungwidersetzten und dann den schrecklichen Krieg mit ihr führten, welcherunter dein Rauten des Bendöe-Krieges bekannt ist. Voll Trauer überden Verlust ihres geliebten Bruders, der in dem ersten Jahre derRevolution als ein Opfer seines Patriotismus starb, und voll Schmerzgefühl über das unter Rvbespierres schrecklicher Regierung täglich sichmehrende Elend des Vaterlandes, lebten die beiden Schwestern nur fürihr kleines Hauswesen und für die vier unerzogenen Kinder. Ihr ein