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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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Die Nibelunge.

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Beowulfs Hügel nennen werden!" Von dem Halse nahm er einenGoldring und reichte ihn Wiglaaf:du bist der letzte meines Ge-schlechts, alle meine Verwandten, die Edlen, sind dahingerafft; ich folgeihnen nach." Dies war das letzte Wort des Greisen. Wiglaaf saß inTrauer lange bei der Leiche, dann wusch er sie mit Wasser und sandtehinauf in die Burg nach den Edelsten des Landes, daß sie den Heldenbestatten hülfen. Einen Scheiterhaufen schichteten sie, einen großen,helmbehangenen; darauf legten sie den teuren Herrn und begannendas größte Leichenfeuer anzuzünden. Dann bauten sie an dem Orteden Hügel, einen hohen und breiten, wie der Fürst es selbst gewünschthatte. Dahinein taten sie der Ringe viele, edle Gesteine und aller ArtRüstzeug, wie sie es aus dem Schatze genommen hatten; da liegt esnun noch, unnütz wie sonst. Dann ritten um den Leichenhügel zwölfEdelinge und sangen zu seinem Preise, sie rühmten des Helden Taten,sagten, daß er von allen Königen der Welt der freigebigste gewesensei und freundlichste, dem Volke der mildeste und nach Edlem begierig.

2. Die Nibelunge.

Ludwig Uhland.

I.

Siegfrieds Tod.

In Burgunden erwuchs Jungfrau Kriemhild, die schönste in allenLanden. Drei königliche Brüder haben sie in Pflege, Gunter, Gernotund der junge Giselher. Zu Worms am Rheine wohnen sie in großerMacht; kühne Recken sind ihre Dienstmannen: Hagen von Tronje undsein Bruder Dankwart, der Marschalk, deren Neffe, Ortwin von Metz,Gere und Eckewart, zween Markgrafen, Volker von Alzei, der Spiel-mann, Sindolt, der Schenke, Hunolt, der Kämmerer und Rumolt,der Küchenmeister. In diesen hohen Ehren träumt Kriemhilden, wieein schöner Falke, den sie gezogen, von zween Aaren ergriffen wird.Ute, ihre Mutter, deutet dieses auf einen edeln Mann, den Kriemhildfrühe verlieren möge. Aber Kriemhild will immer ohne MannesMinne leben. Viele werben vergeblich um sie. Da hört auch Sieg-fried, Sohn des Königs Siegmund und der Siegelind zu Santenin Niederlanden, von ihrer großen Schönheit. In früher Jugend schonhat er Wunder mit seiner Hand getan; den Hort der Nibelunge hater gewonnen samt dem Schwerte Balmung und der Tarnkappe, denLindwurm erschlagen und in dem Blute seine Haut zu Horn gebadet.Selbzwölfte zieht er jetzt aus, Kriemhilden zu erwerben, umsonst ge-warnt von den Eltern vor der burgundischen Recken Uebermut. Köstlich