236
Aus der Edda.
7. „Wie steht's mit den Asm?Wie steht's mit den Alfen?Was reisest du einsam
Gen Riesenheim?" sAsen,
8. „„Schlecht steht's mit denSchlecht steht's mit den Alfen;Hältst du HlorridisHammer verborgen?""
9. „Ich halte HlorridisHammer verborgen
Acht Rasten unterDer Erde tief.
Und wieder erwerbenFürwahr soll ihn keiner,
Er brächte denn FreiaZur Braut mir daher."
10. Flog da Loki,
Das Federhemd rauschte,
Bis er hinter sich hatteDer Riesen GehegeUnd jetzt erreichte
Der Äsen Reich.
11. Da traf er den ThorVor der Türe der Halle,
Und es war sein Wort,
Welches er sprach zuerst:
12. „Hast du den AuftragVollbracht und die Arbeit?
Laß hier von der Höhe michHören die Kunde!
Dem Sitzenden manchmalMangeln Gedanken,
Leichter im LiegenErsinnt sich die List."
13. „„Ich habe den AuftragVollbracht und die Arbeit;Thrym hat den Hammer,
Der Thursenfürst;
Und wieder erwerbenFürwahr soll ihn keiner,
Er brächte denn FreiaZur Braut ihm daher."" —
14. Sie giengen, FreiaDie schöne, zu finden,
Und es war Thors Wort,Welches er sprach zuerst:„Lege, Freia, dir anDas bräutliche Linnen,
Wir beide wir reisenGen Riesenheim!"
15. Wild ward Freia,
Sie fauchte vor Wut,
Die ganze Halle
Der Götter erbebte;
Der schimmernde HalsschmuckSchoß ihr zur Erde:
„„Mich mannstoll meinenMöchtest du wohl.
Reisten wir beideGen Riesenheim.""
16. Bald eilten die ÄsenAll' zur Versammlung
Und die AsinnenAll' zu der Sprache;
Darüber berietenDie himmlischen Richter,
Wie sie dem HlorridiDen Hammer lösten.
17. Da hub Heimdall an,Der hellste der Äsen,
Der weise warDen Manen gleich:
„Das bräutliche LinnenLegen dem Thor wir an,
Ihn schmücke das schöne.Schimmernde Halsband.
18. „Auch laß er erklingenGeklirr der Schlüssel,
Und weiblich GewandUmwalle sein Knie!
Es blinke die Brust ihmVon blitzenden Steinen,
Und hoch umhülleDer Schleier sein Haupt!"