Der Wanderer.
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III. Die Johanniter. ,
Herrlich kleidet sie euch, des Kreuzes furchtbare Rüstung,
Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Akkon und Rhodus beschützt,
Durch die syrische Wüste den bangen Pilgrim geleitetUnd mit der Cherubim Schwert steh't vor dem heiligen Grab!
5 Aber ein schönerer Schmuck umgibt euch, die Schürze des Wärters,Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Söhne des edelsten Stamms,
Dient an des Kranken Bett, dem Lechzenden Labung bereitetUnd die niedrige Pflicht christlicher Milde vollbringt!
10 Religion des Kreuzes, nur du verknüpftest in Einem
Kranze der Demut und Kraft doppelte Palme zugleich!
IV. Colmnbus.
Steure, mutiger Segler! Es mag der Witz dich verhöhnenUnd der Schiffer am Steu'r senken die lässige Hand.
Immer, immer nach West! Dort muß die Küste sich zeigen,
Liegt sie doch deutlich und liegt schimmernd vor deinem Verstand.
5 Traue dem leitenden Gott und folge dem schweigenden Weltmeer!Wär' sie noch nicht, sie stieg' jetzt aus den Fluten empor.
Mit dem Genius steht die Natur in ewigem Bunde;
Was der eine verspricht, leistet die and're gewiß.
kM. Der Wanderer.
Friedrich Hölderlin.
Einsam stand ich und sah in die afrikanischen dürrenEb'nen hinaus; vom Olymp regnete Feuer herab.
Fernhin schlich das hag're Gebirg, wie ein wandelnd Gerippe,Hohl und einsam und kahl blickt' aus der Höhe sein Haupt.
5 Ach! nicht sprang, mit erfrischendem Grün, der schüttende Wald hierIn die säuselnde Luft üppig und herrlich empor!
Bäche stürzten hier nicht in melodischem Fall vom Gebirge,
Durch das blühende Tal schlingend den silbernen Strom;
Keiner Herde vergieng am plätschernden Brunnen der Mittag;
10 Freundlich aus Bäumen hervor blickte kein wirtliches Dach.
Unter dem Strauche saß ein ernster Vogel gesanglos,
Aengstig und eilend floh'n wandernde Störche vorbei.
Nicht um Wasser rief ich dich an, Natur, in der Wüste, —Wassers bewahrete mir treulich das fromme Kameel, —
15 Um der Haine Gesang, um Gestalten und Farben des LebensBat ich, vom lieblichen Glanz heimischer Fluren verwöhnt,