Beiner Bauernhaus.
(Aus Zahus Prachtausgabe der Werke I. Gotthelfs.)
hätte für alles Narrenwerk, aber keinen für seine arme Seele. Under wolle ihnen gerade heraus sagen, daß kein Meister einem Dienstentrauen könne, der Gott aus dem Sinn geschlagen habe und ihm untreugeworden sei. Wenn ein Mensch Gott untreu sei, ob man dann er-warten könne, daß er Menschen treu sein werde? So wolle er es abernicht, und heute hätten sie gar keinen Grund, daheim zu bleiben, umnur um das Haus herum zu tappen.
18 . Der Sonntag des Großvaters.
Jeremius Gotthelf, Kleine Erzählungen.
„^.men!" So klang es von den blassen Lippen eines Greises,der in einem reinlichen Bette hochliegend, die Hände auf der Deckegefaltet, sein Morgengebet verrichtet hatte. Die Sonne schien freundlichins Stäbchen, in welchem wenig anderes als ein schönes Buffert Platzhatte. Ihre schönsten Strahlen fielen auf ein blondes Mädchenhaupt,das auf des Bettes Rand schlafend lag. Es gehörte einem schlankenMädchen, welches am Bette saß, dem Großvater einen Teil der Nachtgewacht hatte und zuletzt unversehens eingeschlafen war. Der Groß-vater heftete sein klares Auge voll inniger Liebe auf das schlafendeMädchen; endlich legte er die Hand auf dessen Haupt und sagte leise:„Bäbeli!"
Wie von einem elektrischen Schlage getroffen fuhr das Mädchenauf, zeigte ein Gesicht, wie selten ein lieblicheres gesehen wird, und
Schweiz. Jugendfreund. 2