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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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von frühester Kindheit suchte man die Jugend an diese Eigenschaftenund an strengen Gehorsam zu gewöhnen. Der Familienvater gebotunumschränkt über alle Glieder der Familie und hatte Recht über Lebenund Tod seiner Angehörigen. Er durfte seine Kinder aussetzen, ver-kaufen oder seiner Macht entlassen, die Ehe seiner Töchter lösen undkonnte darüber nicht zur Rechenschaft gezogen werden. In den erstenJahren beaufsichtigte eine Sklavin die Kinder; den Unterricht erteiltespäter entweder der Vater oder der Lehrer einer Privatschule, welcherdie Jugend im Lesen. Schreiben, Rechnen und Deklamieren übte. DieKnaben mußten Sittensprüche, Gedichte und die zwölf Gesetztaselnauswendig lernen, die Thaten wackerer Männer verherrlichen und angroßen Vorbildern sich stärken. Bescheidenheit, Mäßigkeit und weiseBenutzung der Zeit ward ihnen frühzeitig eingeprägt.

So einfach und streng die Erziehung bei den alten Römern war,ebenso wird uns auch ihre Lebensweise geschildert. Die Stadt waranfangs klein und unansehnlich, die Häuser deckte Stroh und Holz,die Straßen waren eng und krumm; darum wohnten die Bürger gernauf dem Lande, wo sie sich den Beschäftigungen des Landlebens ganzwidmeten. Mit Sonnenaufgang eilten die Männer hinaus auf dasFeld, während die Frauen mit dem Spinnrocken und andern Geschäftendes Hauses sich befaßten. Erst gegen Abend wurde eine eigentlicheMahlzeit gehalten, welche aus Früchten, Gemüse, Milch, Käse oderBrei bestand. Wein wurde nie ungemischt getrunken, Fleisch nur anden Tagen genossen, wo den Göttern geopfert zu werden Pflegte.Ebenso einfach war die Kleidung. Über ein Untergewand, die Tunika,welche bei Männern kürzer und enger war als bei Frauen, warf mandie Toga, ein weißes/wollenes Obergewand, welches aus einemStücke Zeug gefertigt war. Wie die Griechen, so sahen die Römerbeim Ankleiden auf einen anmutigen Faltenwurf der Toga. Die Knabentrugen bis zum zurückgelegten l6., die Mädchen bis zum 14. Lebens-jahre eine mit Purpur verbrämte Toga. Im 17. Lebensjahre wurdendie Jünglinge auf das Forum (den Markt und Gerichtsplatz in Rom)geführt; hier sprach sie der Prätor frei und überreichte ihnen diemännliche Toga mit der ernsten Mahnung, sich stets ihrer würdig zuzeigen. Danach begaben sie sich mit Verwandten und Freunden aufdas Kapital und wurden hier im Tempel der Jugend dem SchutzeJupiters empfohlen und in die Register des Staates eingetragen.