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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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waren so verblüfft, daß ihre Häuptlinge alles versprachen, was Gordonverlangte. Auf diese Weise gelang es dem Willensstärken, auf Gott unddas Recht allein vertrauenden Mann, Tausende vom Verderben zu er-retten. In seinem Tagebuche kehrt die Notiz immer und immer wieder:„In drei Tagen 400 Sklaven befreit.Mehr als 470 Sklaven-

händler heute verjagt" u. s. w. Innerhalb 9 Monaten sing er 63große Sklavenzüge auf. Einmal fand er bei einer solchen Gelegenheit105 Schwarze unter aufgeschichtetem Holz versteckt und konnte sie retten,ein andermal eine Karawane, von der unterwegs 30 Menschen ver-durstet waren.

Und doch war auch Gordon diesem Riesenkampfe nicht gewachsen.„Wenn ich", schrieb er, „diesem Handel dadurch ein gewisses Ende bereitenkönnte, so würde ich mich heute Nacht ohne Murren erschießen lassen;aber was ich auch thue, ich habe keine Hoffnung, dem Übel zu steuern."Fast alle seine weißen Begleiter erlagen den Mühseligkeiten oder demKlima; andere mußten als Invaliden entlassen werden. Als ihm auchsein deutscher Diener davonlief, sagte er in seinem unverwüstlichen Humor:„Um so besser! Der beste Diener, den ich hatte, bin ich selber; derthut immer, was ich will." Im August 1879 legte Gordon sein Amtnieder, tief betrübt, daß er den Sklavenhandel nicht gänzlich hatte unter-drücken können.

Im Sudan, wo er bisher gewirkt, sollte der Held auch sein Endefinden. Vorher aber kehrte er nach England zurück. Im Jahre 1882sehen wir ihn in Südafrika, am Kap der guten Hoffnung, und 1883in Palästina, wo er den Bau eines Kanals vorbereiten sollte. Dortkonnte man ihn, das Neue Testament in der Hand, oft am Ölberg undan andern geheiligten Orten in Betrachtung versunken antreffen. VonPalästina begab er sich im Januar 1884 zum König von Belgien, derihn zur Leitung der Niederlassung am Kongostrom nach Westafrika sendenwollte. Aber in Brüssel erhielt er ein Telegramm der englischen Re-gierung, sich sofort nach dem Sudan aufzumachen. Dort war nämlich,kaum hatte Gordon das Land verlassen, ein Aufstand ausgebrochen, welcherder ägyptischen Herrschaft am obern Nil ein Ende zu machen drohte.Ein fanatischer mohammedanischer Prophet, der sog. Mahdi, dem dieAraber und Sklavenhändler anhingen, versuchte dort ein eigenes Reichzu gründen. Die englische Regierung gab nun Gordon den Auftrag,die. Rebellion mit Hülfe seines persönlichen Ansehens in jenem Landezu beschwichtigen. Den gleichen Tag, an welchem Gordon nach Londonkam, um von der Regierung nähere Weisungen in Empfang zu nehmen,sah man ihn am Abend die Stadt wieder verlassen und auf seinengefährlichen Posten sich begeben. Von Kairo aus machte er sich imMärz 1884 , von einem einzigen Engländer, dem Oberst Stewart, undeinigen wenigen Dienern begleitet, auf den Weg nach dem obern Nil.Mit atemloser Spannung verfolgte die ganze englische Nation seinen