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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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well? Do blibe will-i!" Und er luegt die Manne mit sine ehrligen Augefest a:Do blibe will-i! Und mini Gschwisterli bliben au do, ha's imVater selig verspreche, i si'r letzte Stund! Wei i eusem Hüsli binandblibe und Hufen und schaffe...."Aber was denkst au, Laven, bisch

no so jung, erst Sechzehn!_" D'r Laveri aber stoht uf und streckt si

und seit:Ha mim Vater scho nes ganzes Johr hülfe mure, ha gschaffetwie ne Große. Und d'r Niklausi isch bald Vierzehn! und 's AnneliZwölfi; die chönne-n an schasse, und die andere werden all Tag größer.Nume nes bitzeli Hüls vo d'r Gmein oder vo guete Liste und m'rwei's luege zmache!" weit'r de bim Laveri blibe?" frogt d'r Amme,und em schön folge?"Jo, jo!" schreie die Chinder.Me cha's probiere,"hei d'Gmeinröt z'säme gseit;aber 's wird chuum Welle gnet goh."

Tags druf isch d'r Laven mit-em Amme zue de Kredilore 'gangeund het aghalte, sie selle no nes Nüngli Geduld ha. Sie hei all zue-gseit, und d'Müllere het em no ne große Laib Brot hei z'träge undHömmeli sHemdchenj für d'Chinder. Und de Morge früeh, bim ersteSunneblick, isch d'r Laveri ufgstande, het Gras gmäiht für s'Chüeli,het gmulchen und gmistet. Druf het'r 's Anneli g'weckt und der Niklausi, sie selle d'Milchsuppe mache und d'Chinder nfnäh. Schlag Sechs!aber isch'r uf d'Arbet 'gange, go mure. Und d'r Meister, ne guete,brave Ma, het em d'r glich Lohn 'ga, wie-nem Vater selig.

Doch gli het'r gseh, daß deheim, bi dene unerwachsene Chindere,alls drunter und drüber goht, daß ghkindlet wird vo Morge bis Nacht.Wenn numen er deheim chönnt blibe! Aber 's Geld, wo 's Geld hernahund nit stehle? Lang het'r drüber nogstunet; aber 's het em nist rechtsWelle i Sinn cho. Do liest'r im-ene Zitigsblatt, wo ner uf d'r Stroßgfunde het, nes Artikel! über d'Strauflcchterei, wie die Lüt mit gringerMücih so gstif stüchtigj Geld v'rdiene und alls mit Husarbeit. MitHusarbeit, das isch s'Wahri! het'r denkt. Und am Snnnlig Nomittagnimml'r nes sufers Bleitli Papier und schribt ne schöne Brief aFabrikant z'Wohlen unte, im Argän, wie's im Blettli gstanden isch ...

Und i acht Tage druf, am-ene Mäntig de Morgen am zwei, sier und d'r Niklausi, ne Bitz Brot im Sack und nes Chrüegli Milch,abgmarschirt, uf Wohle zue. D'Tante Lisebelh aber het verspräche, ufdie Chline Obacht z'gäh. Und z'Nacht am Elfi isch d'r Laven wiederhei cho, müed wie ne Jaghund und het gseit:So, jetz blibt d'r Niklausines Cheerli fürt. Die Herre si so fründlig gsi, d'r glaubet's nit, Tante!