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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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173
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Dum Werke, das wir ernst bereiten,geziemt sich wohl ein ernstes Wort;wenn gute Reden sie begleiten,dann fließt die Arbeit munter fort.

So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,was durch die schwache Kraft entspringt;den schlechten Mann muß man verachten,der nie bedacht, was er vollbringt.

Das ist's ja, was den Menschen zieret,und dazu ward ihm der Verstand,daß er im innern Herzen spüret,was er erschafft mit seiner Hand.

II.

Mehmet Holz vom Fichtenstamme,doch recht trocken laßt es sein,daß die eingepreßte Flammeschlage zu dem Schwalch hinein!Kocht des Kupfers Brei,schnell das Zinn herbei,daß die zähe Glockenspeisefließe nach der rechten Weise!

Mas in des Dammes tiefer Grubedie Hand mit Feuers Hilfe baut,hoch auf des Turmes Glockenstube,da wird es von uns zeugen laut.

Noch dauern wird's in späten Tagenund rühren vieler Menschen Ohrund wird mit dem Betrübten klagenund stimmen zu der Andacht Chor.Was unten tief dem Erdensohnedas wechselnde Verhängnis bringt,das schlägt an die metallne Krone,die es erbaulich weiter klingt.

III.

Meiße Blasen seh' ich springen;wohl! die Massen sind im Fluß.Laßt's mit Aschensalz durchdringen,das befördert schnell den Guß.

Auch vom Schaume reinmuß die Mischung sein,

daß vom reinlichen Metallerein und voll die Stimme schalle.

Denn mit der Freude Feierklangebegrüßt sie das geliebte Kindauf seines Lebens erstem Gange,den es in Schlafes Arm beginnt;ihm ruhen noch im Zeitenschoßedie schwarzen und die heitern Lose;der Mutterliebe zarte Sorgenbewachen seinen goldnen Morgen.Die Jahre fliehen pfeilgeschwind.

Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe;er stürmt ins Leben wild hinaus,durchmißt die Welt am Wanderstabe;frenid kehrt er heim ins Vaterhaus.Und herrlich in der Jugend Prangen,wie ein Gebild aus Himmelshöhn,mit züchtigen, verschämten Wangensieht er die Jungfrau vor sich stehn.

Da faßt ein namenloses Sehnendes Jünglings Herz, er irrt allein,aus seinen Augen brechen Thränen,er flieht der Brüder wilden Reih'n.Errötend folgt er ihren Spurenund ist von ihrem Gruß beglückt,das Schönste sucht er auf den Fluren,womit er seine Liebe schmückt.

O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,der ersten Liebe goldne Zeit!

Das Auge sieht den Himmel offen,es schwelgt das Herz in Seligkeit!

O, daß sie ewig grünen bliebe,die schöne Zeit der jungen Liebe!

IV.

Mie sich schon die Pfeifen bräunen!Dieses Stäbchen tauch ich ein;sehn wir's überglast erscheinen,wird's zum Gusse zeitig sein.

Jetzt, Gesellen, frisch!

Prüft mir das Gemisch,ob das Spröde mit dem Weichensich vereint zum guten Zeichen.