Buch 
Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
Entstehung
Seite
176
JPEG-Download
 

176

Ach! die Gattin ist's, die teure,ach! es ist die treue Mutter,die der schwarze Fürst der Schattenwegführt aus dem Arm des Gatten,aus der zarten Kinder Schar,die sie blühend ihm gebar,die sie an der treuen Brustwachsen sah mit Mutterlust.

Ach! des Hauses zarte Bandesind gelöst auf immerdar;denn sie wohnt im Schattenlande,die des Hauses Mutter war;denn es fehlt ihr treues Walten,ihre Sorge wacht nicht mehr;an verwaister Stätte schaltenwird die Fremde, liebeleer.

VII.

Kis die Glocke sich verlühlet,laßt die strenge Arbeit ruhn.

Wie im Laub der Vogel spielet,mag sich jeder gütlich thun.

Winkt der Sterne Licht,ledig aller Pflicht

hört der Bursch die Vesper schlagen;Meister muß sich immer Plagen.

Ulunter fördert seine Schrittefern im wilden Forst der Wandrernach der lieben Heimathütte.

Blökend ziehen heim die Schafe,und der Rinderbreitgestirnte, glatte Scharenkommen brüllend,die gewohnten Ställe füllend.

Schwer hereinschwankt der Wagen,kornbeladen;bunt von Farben,auf den Garbenliegt der Kranz,

und das junge Volk der Schnitterfliegt zum Tanz.

Markt und Straße werden stiller;

um des Lichts gesell'ge Flammesammeln sich die Hausbewohner,und das Stadtthor schließt sich knarrend.Schwarz bedecketsich die Erde;

doch den sichern Bürger schrecketnicht die Nacht,die den Bösen gräßlich wecket;denn das Auge des Gesetzes wacht.

Heil'ge Ordnung, segenreicheHimmelstochter, die das Gleichefrei und leicht und freudig bindet,die der Städte Bau gegründet,die herein von den Gefildenrief den ungesell'gen Wilden,eintrat in der Menschen Hütten,sie gewöhnt zu sanften Sittenund das teuerste der Bandewob, den Trieb zum Vaterlandei

Tausend fleiß'ge Hände regen,helfen sich in munterm Bund,und in feurigem Bewegenwerden alle Kräfte kund.

Meister rührt sich und Gesellein der Freiheit heil'gem Schutz;jeder freut sich seiner Stelle,bietet dem Verächter Trutz.

Arbeit ist des Bürgers Zierde,

Segen ist der Mühe Preis;ehrt den König seine Würde,ehret uns der Hände Fleiß.

Holder Friede,süße Eintracht,weilet, weilet

frenndlich über dieser Stadt!

Möge nie der Tag erscheinen,wo des rauhen Krieges Hordendieses stille Thal durchladen,wo der Himmel,den des Abends sanfte Rötelieblich malt,

von der Dörfer, von der Städtewildem Brande schrecklich strahlt!