Eindruck. Angesehene Bürger äußerten: „Das ist einmal ein rechterPrediger der Wahrheit, der wird uns sagen, wie die Sachen stehen."Schritt um Schritt ging jetzt Zwingli vorwärts und deckte die Schädender Kirche auf. Das Jahrgeld des Papstes nahm er nicht mehr an.Wie Luther bekämpfte er den Ablaßhandel; er verwarf die Fastengebote,das Gebot der Ehelosigkeit der Geistlichen, das römische Meßopfer,die Heiligen- und Bilderverehrung, die vielen Zeremonien, den Beicht-zwang, das Wallfahren und die ganze kirchliche Werkheiligkeit, wo-durch man Gott zu versöhnen strebte, statt die Versöhnung in Christodankbar anzunehmen.
Dem mutigen Kämpfer blieben mancherlei Leiden nicht erspart.Eine Krankheit brachte ihn im gleichen Jahre 1519 dem Tode nahe.— Zur Erholung befand er sich im Bade Pfäffers. Da kam dieNachricht, daß in Zürich die Pest ausgebrochen sei, welcher 2500Menschen zum Opfer fielen. Sogleich eilte der treue Hirt zu seinerHerde zurück. Furchtlos brachte er den Sterbenden die Tröstungen oerReligion, bis er selbst von der Seuche ergriffen wurde. In folgendeminnigen Liede sprach er seine Ergebung in den Willen Gottes aus:
Hilf, Herr Gott, hilfin dieser Not!ich mein', der Todsyg an der Thür.
Stand, Christe, für;
denn du ihn überwunden hast.
Zu dir ich gilf sflehej:
Ist es din Will,züch us den Pfyl,der mich verwandt!
Nit laß ein Stund
mich haben weder Ruw noch Rast!
ald andern nitbefleck ihr Leben
Millst du dann glych sgleichwohlstot haben michinmitts der Tagen min,so soll es willig syn.
Thu, wie du willt,
Mich nüt bcvillt fmir ist nichts zu viel).
Din Gfäß bin ich:
Mach ganz ald soders brich.
Denn nimmst du hinden Geiste minvon dieser Erd,
thust du's, daß er nit böser werd,fromm und Sitt'.
In der Stadt war große Sorge und viel Gebet um den edlenSeelsorger, und er genas erneuert auch im Geiste und entschlossen, seinneu geschenktes und gerettetes Leben ganz dem Dienste Gottes zuweihen. — Zu den ersten Thaten Zwinglis in Zürich gehörte dieZurückweisung des Ablaßpredigers Bernhard Samson. Dieser zog vonOrt zu Ort, predigte und verkaufte den Ablaß, d. h. Vergebung der