Wo bini gsi? Wo bini echterst iez?
E Stäpfli us, e Stäpfli wieder ab,und witers nüt? Nei weger, witers nüt!
Isch nit 's ganz Dörfli in der Mitternachte stille Chilchhof? Schloft nit alles dowie dort vom lange, müede Wachen us,vo Freud und Leid, und lit in Gottis Hand,do unterm Straudach, dort im chüele Grund,und warte, bis es taget um sie her?
He, 's würd jo öbbe! Und wie lang und schwarzau d'Nacht vom hoche Himmel abe hangt,verschlofen ist der Tag deswege nie;und bis i wieder chumm und no ne mol,so gen mer d'Gühl scho Antwort, wenn i rüef,se weiht mer scho der Morgeluft ins Gsicht.
Der Tag verwacht im Tannewald, er lüpftalsgmach der Umhang obst; 's Morgeliecht,es rieslet still in d'Nacht, und endli wahlt'sin goldne Strömen über Berg und Thal;es zuckt und wacht an alle-n-Orte; 's gohte Lade do und dört e Husthür uf,und 's Lebe wandlet use frei und froh.
Du liebi Seel, was wird's e Fyrtig sy,
wenn mit der Zit di letzt! Nacht versinkt,
wenn alli goldne Sterne groß und chlei,
und wenn der Mond und 's Morgerot und d'Sunn
in Himmelsliecht verrinnen, und der Glast
bis in die tiefe Gräber abe dringt,
und d'Muetter rüeft de Chindlene: „'s isch Tag!"
und alles usem Schlof verwacht, und do
ne Laden ufgoht, dört e schwer! Thür!
Die Tote luegen use jung und schön.
's het menge Schade 'guetet übernacht,und menge tiefe Schnalle bis ins Herzisch heil. Sie luege-n-use gsund und schön,und tunke 's Gsicht in Himmelsluft; sie stärktbis tief ins Herz — du alte Nar, was briegsch?