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Sogleich zog die Mutter mir die klingendhart gefrorenen Schuhe vonden Füßen; denn ich wollte, daß sie frisch eingefettet würden für dennächtlichen Mettengang. Dann setzte ich mich in der warmen Stube zumEssen. Aber siehe, während des Essens geht es zu Ende mit meinerErinnerung. — Als ich wieder zu mir kam, lag ich Wohl ausgeschlafenin meinem warmen Bett, und zum kleinen Fenster herein schien dieMorgensonne des Christtages.
14». Der Weihnachtsbaum.
Friedrich Förster.
Der Winter draußen stürmt und fegt,da rücken wir näher zusammen;der Schnee an die Fenster grieselt und schlägt,nun schürt im Kamine die Flammen!
Da bitten die Kinder den Vater so sehr:Erzähl uns vom armen Seppi noch mehr,wir sind wie die Mäuschen so stille!
„Arm Seppi war von Thür zu Thür,von Haus zu Haus gegangenund hatte weder dort noch hierein freundliches Wort empfangen;da klagt er: Ich, alles ist mir verwehrt,heut wird der heilige Christ beschert,und ich muß hinaus in den Winter?
Und draußen lag weit über das Feldein weißes Tuch gebreitet.
,Hier find ich wohl mein Bett bestellt,mein Lager mir bereitet.
Die Engel schütteln ihr Bettlein aus,es fliegen die Federn all heraus,hier will ich heut ruhen und schlafen?
Im Felde stand ein Tannenbaum,dort legte der Knabe sich nieder;da hört er hoch in des Himmels Raumdie festlichen Weihnachtslieder.