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Und wie er schaut in den Baum hinein,da flimmert's und schimmert's mit Hellem Schein,die goldenen Stern' in den Zweigen.
Wie freu' ich mich, du heil'ger Christ,nun wird mir auch bescheret,der glänzende Weihnachtsbaum hier istmit reichen Geschenken beschweret.
Von Zucker weiß kandiert so fein,und tausend Kerzen und Wachsstöckleinauf den grünen Zweigen sich wiegen/
Arm Seppi schlief ein auf kaltem Bett,die Sterne gingen unter;da kamen zu seiner Lagerstatt'vier liebliche Engel herunter.
Sie nahmen den Knaben wohl auf den Armund trugen ihn, weich gebettet und warm,hinauf in den himmlischen Garten."
144. Nenjahrsgruh -es rheinischen Hausfreundesauf 181».
I. P. Hebel, Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes.
^^enn der „Hausfreund" daran denkt, wie mancher geneigteLeser in dreißig Jahren nimmer fragen wird: „Den wievielten habenwir heut'?" oder „Wann geht der Mond auf?" und wie manchesjunge Blut im Kalender lesen wird, das noch nicht da ist, so könnteer darob fast ein wenig weichmütig werden. Man achtet's just nichtgroß, wie immer einer geht und einer kommt, bis man sich zuletztunter ganz andern Leuten befindet, als im Anfang. Nicht anders,als auf einem Jahrmarkt; den ganzen Tag ist der Platz voll Men-schen, aber nach Mittag sind wieder ganz andere Leute da als vor-mittags, und niemand hat gemerkt, daß die ersten fortgegangen unddie andern gekommen sind. Also auch auf dem großen Jahrmarktder Welt und des Lebens. Alle Jahre geht etwas und etwas kommt:und einer, der sich da und da in der Fremde gesetzt hat, wenn er nach30 Jahren zum erstenmal wieder in seine Heimat kommt — ein neues