Zum neuen Jahr ein neues Herze,ein frisches Blatt im Lebensbuch!
Die alte Schuld sei ausgestrichen,der alte Zwist sei ausgeglichenund ausgetilgt der alte Fluch;zum neuen Jahr ein neues Herze,ein frisches Blatt im Lebensbuch!
147. Hoffnung.
Emanuel Geibel, Iuniuslieder.
^nd dräut der Winter noch so sehrmit trotzigen Gebärden,und streut er Eis und Schnee umher,es muß doch Frühling werden.
Und drängen die Nebel noch so dichtsich vor den Blick der Sonne,sie wecket doch mit ihrem Lichteinmal die Welt zur Wonne.
Klast nur, ihr Stürme, blast mit Macht!Mir soll darob nicht bangen;auf leisen Sohlen über Nachtkommt doch der Lenz gegangen.
Da wacht die Erde grünend auf,
weiß nicht, wie ihr geschehen,
und lacht in den sonnigen Himmel hinauf
und möchte vor Lust vergehen.
Sie flicht sich blühende Kränze ins Haarund schmückt sich mit Rosen und Ährenund läßt die Brünnlein rieseln klar,als wären es Freudenzähren.
Drum still! Und wie es frieren mag,o Herz, gieb dich zufrieden!es ist ein großer Maientagder ganzen Welt beschicken.