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sie sich nicht. Auf ihren Jagden zerstörten sie oft die schönsten Ernte-hoffnungen ; doch wehe dem Bauer, der einen Hasen erlegt hätte. Dieniedere Geistlichkeit, die Pfarrer und Vikare lebten und litten mit demVolke; sie erfüllten bei geringem Einkommen ihren beschwerlichen Berufals Freunde der Armen, während die Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinälein großen Städten oder am Hofe ein vergnügungsvolles Leben führten.
Die französischen Könige überließen die Regierung den Ministernund Staatsbeamten und füllten ihre Zeit aus mit Vergnügungen undFestlichkeiten; die Hauptbeschäftigung Ludwigs XVI. war die Jagd.Müßiggang und Überfluß verwandelten die tapfere Ritterschaft desX. Jahrhunderts in eine genußsüchtige Salongesellschaft ohne bestimmteLebensaufgabe.
Das Volk, der dritte Stand, war infolge der hohen Steuernelend, arm und rechtlos; es mußte viel arbeiten und viel entbehren.Die Grund- und Bodensteuer verschlang 50—70"/g vom Ertrag desFeldes. Bon einem Gut, das jährlich 6700 Fr. abwarf, waren1800 Fr. dem König und 1300 Fr. dem Zehntherr zu entrichten.Nicht besser kamen die Handwerker und Gewerbetreibenden weg. Selbstder arme Taglöhner, der im Tag nicht mehr als 50 Rp. verdiente,mußte alljährlich 8—20 Fr. Kopfsteuer bezahlen.
Zudem gab es in Frankreich eine ganze Menge indirekter Steuern.Am drückendsten war die Salzsteuer. Weil der Ertrag derselben anden Meistbietenden verpachtet wurde, kostete das Salz 65 Rp. bisI V,, Fr. per Pfund. Nun bestand aber die Verordnung, daß jeder-mann, der über 7 Jahre alt war, jährlich mindestens 7 Pfund Salzkaufen mußte und diese nur zum Verbrauch in der Küche verwendendurfte. Es war strenge verboten, sich auf andere Weise Salz zu ver-schaffen. Zwei Schwestern wohnten eine Stunde weit von einer Stadt,wo nur alle Samstage Salz verkauft wurde. Ihr Salzvorrat wareinige Tage zuvor aufgebraucht, und in der Verlegenheit gewannensie einige Unzen von dem Gewürz, indem sie Meerwasser kochten.Aber sie wurden entdeckt und konnten froh sein, daß sie mit einerBuße von 48 Fr. davonkamen. Man hat berechnet, daß die Salz-steuer jährlich 4000 Pfändungen, 3400 Gefängnisstrafen, 500 Ver-urteilungen zur Peitsche und Galeere verursachte; denn keinen Tag,keine Stunde war man sicher vor den Beamten, die Küche, Kammerund Stall durchstöberten.