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1««. Tells Tod.
Ludwig UHIand, Gedichte.
1. ^rün wird die Alpe werde», stürzt die Lawin' einmal;zu Berge ziehn die Herden, fuhr erst der Schnee zu Thal.
Euch stellt, ihr Alpensöhne, mit jedem neuen Jahrdes Eises Bruch vorn Föhne den Kampf der Freiheit dar.
2. Da braust der wilde Schächen hervor aus seiner Schlucht,und Fels und Tannen brechen vor seiner jähen Flucht.
Er hat den Steg begraben, der ob der Stäube hing,hat weggespült den Knaben, der auf dem Stege ging.
3. N"d eben schritt ein andrer zur Brücke, da sie brach;nicht stutzt der greife Wandrer, wirft sich dem Knaben nach,faßt ihn mit Adlerschnelle, trägt ihn zum sichern Ort;das Kind entspringt der Welle, den Alten reißt sie fort.
4. Doch als nun ausgestoßen die Flut den toten Leib,da stehn um ihn, ergossen in Jammer, Mann und Weib;als kracht' in seinem Grunde des Notstocks Felsgestell,erschallt's aus einem Munde: „Der Teil ist tot, der Teil!"
5. Wär' ich ein Sohn der Berge, ein Hirt am ew'gen Schnee;wär' ich ein kecker Ferge auf Uns grünem Seeund trät' in meinem Harme zum Teil, wo er verschied,des Toten Haupt im Arme, spräch' ich mein Klagelied:
6. „Da liegst du, eine Leiche, der aller Leben war;dir trieft noch um das bleiche Gesicht dein greises Haar.
Hier steht, den dn gerettet, ein Kind wie Milch und Blut;
^ das Land, das du eutkettet, steht rings in Alpenglut.
7. Die Kraft derselben Liebe, die du dem Knaben trugst,
ward einst in dir zum Triebe, daß du den Zwingherrn schlugst.Nie schlummernd, nie erschrocken, war Retten stets dein Brauch,wie in den braunen Locken, so in den grauen auch.
8. Märst du noch jung gewesen, als du den Knaben fingst,und wärst du dann genesen, wie du nun untergingst,
wir hätten draus geschlossen auf künfl'ger Thaten Ruhm;doch schön ist nach dem großen das schlichte Heldentum.