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und von jedem Schweizer mit Dankbarkeit und Ehrerbietung genannteJohann Konrad Escher von der Linth.
176. Die Heldenkämpfe in den Waldstätten.
Nach R. Luginbühl, Geschichte der Schweiz in neuerer Zeit. 1893.
^ls die Franzosen sich als die Herren der Schweiz fühlten,drängten sie ihr eine neue Verfassung auf, die große Veränderungenenthielt. Dagegen wehrten sich die Waldstätte; glühender Haß gegendie Franzosen trieb sie zum äußersten Widerstand. Hirten verließen ihreHerden, Mönche ihre Zellen, um die bedrohte Freiheit und Religionzu beschützen. Die neue Verfassung, hauptsächlich als das Werk desBaslers Ochs angesehen, galt für ein „höllisches Büchlein", und dieUrner meinten: Der Stier brachte uns die Freiheit, der Ochs will sieuns nehmen. Die Waldstätte beschlossen, mit all ihren Truppen invier Haufen über Rapperswil, Zug, Luzern und Brünig vorzudringen,die unzufriedenen Landleute überall an sich zu ziehen und die Franzosenaus dem Lande hinauszujagen. Allein so zerstückelt, war es ihnen nichtmöglich, des Feindes Meister zu werden. Überdies kamen sie manchenortszu spät und fanden bei den Landleuten nicht den gehofften Anschluß.Schauenburg rückte mit über 40000 Mann gegen Schwyz heranund nötigte so die Waldstätte, sich zurückzuziehen, um den bedrohtenTeil zu schützen. Der edle und mutige Alois Reding entflammtealle zur größten Tapferkeit und traf als Oberanführer die nötigenBerteidigungsmaßregeln. Schauenburgs Hauptmacht rückte den Zürichseeentlang hinauf und besetzte am 30. April nach hartem Kampf Wo llerauund Pfäffikon. Gleichzeitig kämpften Schwyzer verzweiflungsvoll beiKüßnach t und jagten die Franzosen zurück. Nichtsdestoweniger ver-schlimmerte sich die Lage von Schwyz; denn Glarus kapitulierte undzog seine Truppen zurück; Unterwalden mußte sich selbst verteidigen;Uri sandte bloß 500 Mann; so war Schwyz fast ausschließlich auf sichselber angewiesen. Doch mit ungeschwächtem Mute trotzte es dem Feinde.Hinfällige Greise und unmündige Knaben reihten sich freudig unter dieKämpfenden. Heldenmütige Frauen und Mädchen zogen die Kanonenund luden die Büchsen. Vorab mußten die Pässe und Eingänge gutbewacht werden. Der Pfarrer Herzog aus Einsiedeln behauptete imKriegsrat: „Wenn alle Pässe so gut verteidigt werden, wie ich mit den