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genossen den edelsten Wohlthätigkcitssinn. Basel, Bern und Zürichwetteiferten mit andern Schweizerstädten in Gaben der Liebe, welcheman zur Linderung so großen Jammers sammelte. Selbst Schauenburgwurde durch den Anblick der Verwüstung so gerührt, daß er die indie Wälder geslüchteten Einwohner zurückrief, ihnen täglich 1200Rationen Brot und Fleisch austeilen, ihre Getreidevorräte bewachenund ihre zersprengten Viehherden wieder sammeln ließ. Am 7. Oktoberleistete auch Nidwalden mitten unter den Brandmalen der Verheerungden Eid auf die helvetische Verfassung.
177. Dies ist dein Posten. (17S8.)
Anton Pletscher, Neue Saatkörner.
,,^ies ist dein Posten, diesen Pfad bewache!
In dieses Passes engem Felsgemache,da halte stand und weiche keinem Drohn!
Und naht der Feind gleich einem Wogenschwalle,auf diesem Posten siege oder falle.
Das Vaterland, es hofft's von seinem Sohn!"
Herr Reding sprach's zum wackern Schwyzerknaben,als Frankreichs Heere, beutegierige Raben,sich naheten dem nie besiegten Land.
„Ich schwur's, Herr Hauptmann, schwur's zur heil'gen Fahne,,ich siege oder sterbe auf dem Plane!"
Der Jüngling spricht's, Reding drückt ihm die Hand.
Es nahn der Nacht geheimnisvolle Schrecken:es rauscht im Wald, huscht um die Felsenecken;der Jüngling kennt nicht Furcht und kennt nicht Graun.
Sein Falkenauge nach dem Feinde spähet,und schußbereit er auf dem Posten stehet,bis lichtumglüht die Berge niederschaun.
Ermüdet will sein Auge schon sich schließen,da naht der Feind, den Nebel grau umfließen, —da knackt der Hahn, da kracht des Kriegers Schuß.
Treu wiederholen ihn die Felsenwände;rasch laden neu die flinken Schützenhände.
Den Feind erschreckt solch blut'ger Morgengruß.