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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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379
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lind jeder Knall aus seinem Todesrohrereißt eine Lücke in dem Feindes-Chore,verhundertfacht erschallt seinDrauf und dran!"

Wir sind verloren, wenn wir weiter gehen,ein Schützenhaufe hält besetzt die Höhen!"

So ruft der Feind, hält vor dem einz'gen Mann.

Als so den dritten Angriff er bestanden,da weichen zag die sieggewohnten Banden;behauptet ist des Thales Felsenpfort'.

Ermüdet sich auf seine Waffen lehnetder Held. Allein vergeblich er sich sehnetnach dem erlösenden Kommandowort.

Ilnd wieder nahn der Nacht gespenst'ge Schrecken,es rauscht im Wald, huscht um die Felsenecken,und wieder kennt er Furcht und Grauen nicht.

Da dröhnt es dumpf im weiten Alpensaale,des Feindes Übermacht bricht in die Thale;der Held stirbt auf dem Posten seiner Pflicht.

Die Liebe zog ein Reislein auf dem Grabe,darin er schläft, der wack're Schwyzerknabe,seit jenen Tagen tiefster Not und Schmach.

Ich aber dachte an der Gruft des Bravender Grüfte ohne Schmuck, wo Herzen schlafen,die jene Not des Vaterlandes brach.

178. Die Schutzwache.

Nach H. Herzog, Bilder aus den Kriegsjahren der Schweiz von 17981800.

^>n der Nähe von Stansstad steht am Fuße des Bürgenstockseine Mühle, die im Nidwaldner Kriege verschont blieb, während sonstalle Häuser der Umgebung der Mordfackel der Franzosen zum Opferfielen. Unter den französischen Truppen befand sich nämlich auch einUnterwaldner. Er hatte ehemals im Heere des französischen Königsgedient und war dann mit den andern auch unter die Fahnen derRepublik getreten. Nun hatte es sich gefügt, daß er gegen sein eigenesVaterland marschieren mußte. Mit blutendem Herzen betrat er beiStansstad den Boden seiner Heimat, die wohlbekannten lieben Stätten