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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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seiner Jugendzeit. Bitterer Schmerz ergreift ihn. Unmöglich kann ergegen sein eigenes Vaterland kämpfen. Mit zuckender Miene tritt er vorseinen Offizier. „Bürger Hauptmann", preßt er heraus, „ich bin einNidwaldner! Diese unglückliche Gegend ist meine Heimat. Ihr werdetnicht verlangen, daß ich meine Waffen gegen sie kehre; lieber wollte ichauf der Stelle sterben, als einen solchen Frevel auf mich laden!" DerOffizier hat den Soldaten verstanden. „Wohlan", sagt der wackereMann, „wenn das deine Heimat ist, so gehe hin und beschütze dieDeinigen!" Mit einem dankbaren Blick auf seinen Hauptmann undmit erleichtertem Herzen eilt der Soldat nach der Mühle, die seinBruder mit seiner Familie bewohnt. Dort stellt er sich während dergrauenvollen Kämpfe als französische Schildwache auf, die auch vonden Ruchlosesten respektiert werden muß, und so kann er wenigstensdie Deinigen vor dem schrecklichen Unglück bewahren, dem in jenenTagen so viele seiner Landsleute zum Opfer gefallen sind.

17S. Pestalozzi in Stans.

Nach K. I. Blochmann. „Heinrich Pestalozzi".

^roß war die Zahl der Liebesgaben, welche die mitleidigen Eid-genossen den namenlos unglücklichen Nidwaldnern spendeten; wer aberwollte das schwerste und größte auf sich nehmen: den vielen armen,verwaisten Kindern Vater und Mutter sein? Das forderte ein weitüber die gewöhnlichen Liebesgaben hinausgehendes Opfer; da mußtejemand alle Annehmlichkeiten dahinten lassen und sich mit der ganzenLiebe und Geduld eines großen Herzens und mit aller Kraft selbst-verleugnender Hingebung der schweren und großen Aufgabe widmen.Und siehe, es fand sich einer, der den Mut dazu hatte: es war derschon 52jährige Züricher Johann Heinrich Pestalozzi. Vonbrennender Nächstenliebe erfüllt, kam dieser Mann nach Stans, um dieWaisenkinder in dem ihm von der Regierung angewiesenen neuen Klosterzu sammeln. Aber als er, einzig von einer Haushälterin begleitet, indas Haus einzog, war es noch nicht einmal ganz ausgebaut. Diearmen Waisen drängten sich von allen Seiten herzu, ehe noch Zimmer,Betten und Küche in Ordnung waren. In einem kleinen Gemache,durch dessen zertrümmerte Fenster das rauhe Herbstwetter schlug, inungesundem Dunst und unter Mauerstaub, der alle Gänge füllte, mußteunser Held sein Werk beginnen. Doch nur geringfügig war dieser äußere