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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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180 . Sntvörows Zug über die Alpen.

Nach Herold, Blum u. a.

Alexander Suwörow sspr.: Suwöroffs wurde 1729 in Moskaugeboren. Schon frühe begann er seine kriegerische Laufbahn. Im Altervon 33 Jahren war er bereits Oberst. Er kämpfte siegreich gegen dieTürken und erwarb sich im polnischen Kriege (1794) den Feldmarschall-stab. Fünf Jahre später erhielt er die Aufgabe, die Franzosen ausItalien zu vertreiben. Durch seinen Mut und die Tapferkeit der Sol-daten gelang es ihm, die französischen Generale überall zu schlagen.Der Sieg schien an seine Fersen gefesselt zu sein. Seine großen Erfolgein Italien weckten den Neid des österreichischen Hofkriegsrates, dem derrussische Feldherr unterstellt war. Er mußte in seiner Siegeslaufbahnaufgehalten werden. In der Schweiz waren die Österreicher durch denZuzug des Generals Korsakoff dem französischen Heere überlegen. Wasthat nun der Erzherzog von Österreich? Er verließ mit seiner Heeres-abteilung ohne Grund die Schweiz. Suwörow erhielt nun den Befehl,dem schwachen Heere über die Alpen zu Hilfe zu eilen. Zwei schöneWege standen ihm offen: Splügen und Bernhardin. Der russische Hau-degen suchte aber den kürzeren, wenn auch gefährlicheren über den Gott-hard zu erzwingen. Das Gepäck und die schweren Geschütze wurdenüber Tirol und Vorarlberg nach Ragaz geschickt, da von Bellinzona nachAmsteg nur ein schmaler Saumpfad führte. Suwörow teilte den Gene-ralen Hotze, Linken und Korsakoff folgenden Plan mit: Die Hauptarmeeüberschreitet den Gotthard, General Rosenberg marschiert über den Luk-manier und den Oberalppaß nach Andermatt; Linken dringt vom Rhein-thal ins Glarnerland vor und stößt in Schwyz zur Hauptarmee Suwö-rows, während Hotze die Franzosen vom obern Zürichsee verdrängt undnach Einsiedeln zieht. Korsakoff hat die Aufgabe, die französische Armeeunter Massena bei Zürich festzuhalten, bis die andern Heere am Albissind. Alle diese Bewegungen sollten im Verlauf einer Woche aus-geführt werden.

Am 15. September 1799 traf Suwörow bei Lugano ein. Derösterreichische Kriegsrat hatte ihm, statt für 10, nur für 7 Tage Proviantdorthin geliefert, und M^Miere waren gar keine zur Stelle. SämtlicheTruppen traten stets schon um 4 Uhr morgens den Marsch an. DerFeldherr ritt auf einem kleinen zottigen Kosakenpferde. Sein Anzugbestand aus einem wollenen Hemde und weißen leinenen Beinkleidern.Über die Schultern hing ihm ein dünner alter Mantel. In der Fausttrug er stets eine Knute. Eine Uniform zog er nur bei feierlichen Ge-legenheiten an.

Mit 22 000 Mann rückte Suwörow am 24. Sept. gegen denGotthard vor Allein die Franzosen hatten die Höhen besetzt und brachtenden Anstürmenden durch ihr wohlgezieltes Feuer große Verluste bei.