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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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Ortes trugen die bei ihnen Gefallenen zusammen, und es wurden aufdem „Ried" verschiedene Gruben gemacht, in denen beinahe 200 Russen,Franzosen und Helveter durcheinander liegen! 53 , worunter die unsernwaren, sah ich bei der Spannweid begraben. Im ganzen waren mehrals 700 Franzosen und 3000 Russen gefallen.

Vielen unsrer Nachbarn war weit übler mitgespielt worden; einigeHäuser waren rein ausgeplündert, andere innerlich beschädigt, überallElend und Jammer, wo man sich hin wandte. Und auf all diesenTrümmern hausten jetzt noch die wilden Franzosen, begehrten mit allembedient zu werden, was sie gelüstete, fraßen die wenigen für den Winternoch bei Seite geschafften Lebensmittel den Leuten weg und warfenalles durcheinander, um nach vergrabenen oder sonst verheimlichtenSchätzen zu suchen. — Ich habe für die Zukunft diese Tage des Schreckensso umständlich beschrieben: in meinem eigenen Gedächtnis wird ihrtrauriges Bild nie erlöschen!

18 L. Johann Kaspar Lavaters Lebensende.

Nach F. W. Bodemann. „Joh. Kasp. Lavater".

Alach der zweiten Schlacht bei Zürich zogen die Franzosen unterMassenas Führung am 26. September gegen Mittag wieder in dieStadt ein. Die Züricher befanden sich um so mehr in dem Zustandeiner peinlichen Angst und bangen Erwartung, als sie beim Abzug derFranzosen nach der ersten Schlacht (im Juni) ihre Freude deutlichkundgegeben und sich dem österreichisch-russischen Heere augenfällig wohl-geneigt gezeigt hatten. Die Häuser und Kaufläden waren größtenteilsgeschlossen. Siegesmutig wogten die französischen Soldaten auf undnieder. Der General hatte zwar jede Plünderung strenge verboten;aber es kamen doch noch Zudringlichkeiten und Gewaltthätigkeiten genugvor. Einer solchen fiel der edle, treffliche Pfarrer Johann KasparLavater zum Opfer.

Auf dem Petersplatze sah er von seinem Fenster aus, wie zweiFranzosen an die Thüre eines Hauses, in dem nur zwei alte Frauenwohnten, heftig anpochten und mit Ungestüm Wein forderten. Alsniemand öffnete, versuchten sie die Thüre mit ihren Gewehrkolben auf-zusprengen. Der gute Lavater stellt sich den Schrecken und die Angstder beiden alten Personen vor, öffnet das Fenster und ruft besänftigendden Soldaten zu: „Seid ruhig, Freunde, ich will euch Wein bringen!"Aller abmahnenden Bitten der Seinigen ungeachtet eilt er mit Weinhinaus, klopft den Soldaten freundlich und zutraulich auf die Achsel