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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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396
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strahl in diese Trauernacht fallen. Schon am folgenden Tage fühltesich Lavater auch wirklich stark genug, um in sein Haus gebracht werdenzu können. Und am dritten Tage vermochte er bereits eine genaueNachricht über seinejVerwundung für seine näheren und ferneren Freundevom Bette aus zu diktieren, die mit der Bitte schließt: „Noch bitte ichalle, die dies lesen, dem Namen dieses Mannes (der ihn verwundete)auf keine Weise nachzufragen, und wenn sie ihn zufällig erfahren sollten,als ein vertrautes Geheimnis zu verschweigen. Ich würde unter meinenoft heftigen Schmerzen noch mehr leiden, wenn ihm was Übels ge-schähe. Er wußte im eigentlichen Verstände nicht, was er that".

Woher rührte aber jene plötzliche Wut des Soldaten? Man er-klärte sich damals die Sache so: Der Soldat, wahrscheinlich ein Waadt-länder und also ein Anhänger der Revolution, kannte Lavater nicht,als er ihm freundlich dankte. Wie er aber dann aus dem Gesprächeder Umstehenden den Namen des Mannes hörte, der wegen seines un-erschrockenen Auftretens gegen die Gewaltthätigkeiten und Ungerechtig-keiten der neuen Regierung bei den Revolutionsmännern verhaßt wordenwar, da ergriff den rohen und wahrscheinlich durch die Kämpfe undden Wein erregten Menschen auf einmal die schändliche Rachlust.

Fünfzehn Monate lang hatte der edle Lavater an der erhaltenenWunde zu leiden und fast unaufhörlich heftige Schmerzen auszustehen,die er jedoch mit bewundernswerter Geduld und Heiterkeit des Geistesertrug. Noch einmal, am Bettag 1800, ließ er sich in die Kirche führen,um mit seiner lieben Gemeinde das heilige Abendmahl zu feiern. Am2. Januar 1801 starb er. An der Außenseite der Kirche „St. Peter"erhebt sich sein auch jetzt noch viel besuchtes Grabmal.

184. Die armen Schweizerkinder.

Nach A. von Tilliei? Geschichte der helvetischen Republik.

^atte schon der erste Einfall und Raubzug der Franzosen imJahr 1798 großes Unglück über unser Vaterland gebracht, so wurdedas Maß übervoll, als im folgenden Jahre die östlichen Kantone derKriegsschauplatz dreier fremden Heere wurden. Am schlimmsten ginges dem Gebiet vom Zürichsee der Linth nach bis ins Sarganserlandhinauf. Bald haben die Franzosen, bald die Russen und die Öster-reicher diese Gegenden überzogen und gebrandschatzt, so daß die Leute