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lack auf dem Paradebeete mitten im Garten. Die Pflanzen wissen'sauch wohl, ob's ein Mensch ist, der da gießt, oder der liebe Gott,und wenn sie's einem auch danken und die Blätter in die Höhe heben,so kann man's doch am andern Tage gar bald merken, wenn dieSonne das Wasser aufgeleckt hat, daß es mit unserer Hilfe nicht weither ist. Ich meine, die gehörige Vorbereitung fehlt; denn wenn sonach einem heißen Tage die Wolken am Himmel heraufziehen und denSonnenstrahlen den Durchpaß verwehren, da merken die Blümlein schon,was kommen kann, und wenn dann der Donner grollt und die Luftsich abkühlt, so horchen sie in die Höhe, und wenn sich dann ein leichterWind aufmacht und durch die Bäume streicht, daß alle Blätter flüstern,so regt's sich unten in den Pflanzen auch, und der Wind kommt biszu ihnen herab und sie flüstern mit. Drauf werden die Wolken amHimmel und der Schatten auf der Erde immer dichter, und die Luftfängt an wässrig zu gehen, und die Pflanzen und Stauden gewinnenein immer frischeres Herz und schütteln sich, daß sie feste stehen —und dann fallen die ersten Tropfen. Vetter, ich kann bei solcher Ge-legenheit nicht von den Bohnenbeeten, oder wo ich gerade stehe, weg-kommen, wie da alles mit einem Mal so frisch und dunkelgrün wird,was vor wenigen Stunden noch ganz verschmachtet an der Erde lag,und wie der Regen auf die vollen, straffen Blätter niederrauscht. —Hei, wie das jetzt wieder anhebt! — Na, morgen muß ich durchsFeld! Bin neugierig, was meine Kohlpflauzen dazu sagen, und ob'sdem Weizen an der Landstraße nicht zu viel geworden ist.
Jetzt läßt's nach. — Gott sei Lob und Dank für seine Gabe!Wenn's nur allerwegen hingekommen ist! Ich will meinen 103. Psalmnoch einmal lesen, und dann muß ich hinaus in den Garten,
Leb wohl! Wenn Du meinst, daß mein Brief diesmal das Post-geld nicht wert ist, so hast Du Dich auch noch nicht von ganzem Herzen
über einen Regen gefreut.In alter Liebe
Dein Vetter
Gottlieb.
22». Als ich das erste Mal auf dem Dampfmagen sas;.
Peter Rosegger, Als ich noch der Waldbauernbub war. lWenig gekürzt.)
^lein Pate, der Schuhflicker Jochem, besuchte alljährlich die Wall-fahrtskirche Maria-Schutz am Semmering. Es war eine Tagreise dahin.