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S4S Die alte Waschfrau.
Adelbert von Chamisso, Gesammelte Werke.
^)u siehst geschäftig bei dem LinnenKe Alte dort im weißen Haar,die rüstigste der Wäscherinnenim sechs und siebenzigsten Jahr.
So hat sie stets mit saurem Schweißihr Brot in Ehr' und Zucht gegessenund ausgefüllt mit treuem Fleißden Kreis, den Gott ihr zugemessen.
Sie hat in ihren jungen Tagengeliebt, gehofft und sich vermählt;sie hat des Weibes Los getragen,die Sorgen haben nicht gefehlt:sie hat den kranken Mann gepflegt;sie hat drei Kinder ihm geboren;sie hat ihn in das Grab gelegtund Glaub' und Hoffnung nicht verloren.
Da galt's, die Kinder zu ernähren;sie griff es an mit heiterm Mut;sie zog sie auf in Zucht und Ehren,der Fleiß, die Ordnung sind ihr Gut.Zu suchen ihren Unterhalt,entließ sie segnend ihre Lieben;so stand sie nun allein und alt,ihr war ihr heitrer Mut geblieben.
Sie hat gespart und hat gesonnenund Flachs gekanft und nachts gewacht,den Flachs zu feinem Garn gesponnen,das Garn dem Weber hingebracht;der hat's gewebt zu Leinewand;die Schere brauchte sie, die Nadel,und nähte sich mit eigner Handihr Sterbehemde sonder Tadel.
Ihr Hemd, ihr Sterbehemd, sie schätzt es,verwahrt's im Schrein am Ehrenplatz;es ist ihr Erstes und ihr Letztes,ihr Kleinod, ihr ersparter Schatz.
Sie legt es an, des Herren Wortam Sonntag früh sich einzuprägen;dann legt sie's wohlgefällig fort,bis sie darin zur Ruh' sie legen.
Und ich, an meinem Abend, wollte,ich hätte, diesem Weibe gleich,erfüllt, was ich erfüllen solltein meinen Grenzen und Bereich;ich wollt', ich hätte so gewußtam Kelch des Lebens mich zu labenund könnt' am Ende gleiche Lustan meinem Sterbehemde haben.
S4S. Ein Blinder als Wohlthäter der Blinden.
Nach K. Keller, Schaffhauserbote.
^u Ende der siebenziger Jahre bestieg ein stockblinder Mann denMontblanc und konnte nicht genug rühmen, welch hohen Genuß ihm dieunermeßliche Aussicht gewährt habe. Dieser Blinde ist Vorsteher einerBlindenanstalt unweit London, und wenn es einen fröhlichen, glücklichenMenschen giebt, so ist es Franz Joseph Campbell, und tritt manin seine Anstalt, so begegnet man lauter fröhlichen Knaben und Mädchen,denen zwar das Augenlicht fehlt, die aber so frisch lernen, so lieblichsingen, so lustig springen, schwimmen und schlittschuhlaufen, als fehleihnen nichts. Viele dieser Zöglinge werden nachher Musiklehrer,