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Welch ein Wiedersehen! Welches Wiederfinden! Welches schmerz-volle Vermissen!
And die Nacht sinkt. Tod und Schlaf, die Brüder, sind bald nichtvoneinander zu kennen; so ruht's auf dem Schlachtfelde.
Kein schönrer Tod ist in der Welt,als wer vom Feind erschlagen,aus grüner Leid' im freien Feld,darf nicht hören groß Wehklagen.
Im engen Bett nur einr alleinmuß an den Todesreihen;hier findet er Gesellschaft fein,
fälln mit wie Kräuter im Maien. Detlev v. Liliencron.
11. Soldatentat.
Wenn eine Schlacht, wie diejenige von G-ravelotte am 18. Au-gust 1870, auf mehrere Stunden sich erstreckt, wenn von beidenTeilen — Deutschen und Franzosen — über 40,000 Mann tot oderverwundet sind, da ist’s ein schweres Stück, wenn man einen blessiertenFreund suchen will. Dennoch ‘zog ein preußischer Kriegsbeamtereinen ganzen Nachmittag durch alle Lazarette, durch alle Häuser,wo Verwundete lagen, und hatte endlich abends das Glück, seinenliebsten Freund, den Hauptmann von K. in einer Scheune auf einemBüschel Stroh zu finden. Da lag er, mit einem Mantel zugedeckt,das Haupt auf einem Tornister. Rings um ihn lagen Verwundeteseines Regiments.
Als der Hauptmann den suchenden Freund erkannte, streckteer ihm die Hand entgegen, und dieser sagte: 0, Hermann, wie langehab’ ich dich gesucht und muß dich nun so finden! Bist du schonverbunden? — 0, Karl, rief der Verwundete, hab tausend Dank fürdeine Sorge und Liebe, aber mir kann kein Doktor mehr helfen,mit mir ist’s aus; ’s wird höchstens noch ein paar Stunden gehen.Mit diesen Worten lüftete er den Mantel, und eine schrecklicheWunde kam zum Vorschein. Da überkam den Kriegsbeamten eintiefes Weh; sprachlos beugte er sich über den Freund, drückte ihmeinen Kuß auf die bleichen Lippen und sagte dann: Kann ich dirnoch einen Wunsch erfüllen, etwas besorgen? — Ja, sprach der Ver-wundete, hob sich mühsam empor und sagte leise: Karl, hier neben-an liegt mein treuer Feldweibel, tödlich verwundet wie ich. Ich binJunggeselle, habe keine nähern Verwandten; dieser aber hat einWeib und Kin dlein. Die sollen meine Erben sein. — Die Rede
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