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Als Braun das große Geschrei hörte, wo er auf den Tod lag,zog er unter Qualen den Kopf heraus; aber da drinnen blieb die Lautbei beiden Ohren um den Kopf her kleben. Wohl niemals hat manein kläglicher entstelltes Tier gesehen. Das Blut floß ihm über dieOhren, und wenngleich er den Kopf herausgebracht hatte, so bliebenihm dennoch beide Füße fest in der Klemme. Wohl riß er sie endlichhastig und so rasend, als wenn er von Sinnen wäre, heraus; aberdennoch blieben die Klauen und das Fell von beiden Füßen darin zu-rück. Wahrlich I der Äonig war nicht von dem süßen, von dem ihmsein Neffe Reineke gesagt hatte. Es war in der Tat eine schlimmeReise, die Braun machte, und eine recht sorgliche Fahrt für ihn. DasBlut lief ihm stark über den Bart; die Füße taten ihm entsetzlich weh,und er konnte weder nah noch weit gehen.
Jetzt kam Rostefeile und begann zu schlagen, und alle, die mit ihmherangekommen waren, griffen ihn an; denn all ihr Begehr war. Braunzu schlagen. Der Pfarrer hatte einen langen Stab und gab ihm manchenSchlag damit. Braun konnte nirgendshin gehen oder kriechen; denn siekamen haufenweise über ihn, ein Teil mit Spießen, ein Teil mit Äxten;der Schmied brachte Äammer und Feilen; etliche hatten Schaufeln, etlicheSpaten, und sie schlugen ihn alle ohne Erbarmen.
Alle schlugen auf ihn los; keiner dünkte sich zu klein dazu. Schlobbemit dem krummen Beine und Ludolf mit der breiten Nase waren dieallergrausamsten gegen ihn und schlugen ihn mit einer hölzernen Wurf-schaufel. Außerdem schlugen Gerold mit den krummen Fingern undsein Schwager Kuckelrei am stärksten. Abel Quack und Frau Iutte undTalke, die Ehefrau Lorden Quacks, schlugen mit der Bütte, und nichtdiese allein, sondern alle Weiber trachteten Braun nach dem Leben. Ermußte eben alles nehmen, was man ihm brachte.
Braun mußte auch manchen Steinwurf auf seinen Leib nehmen;denn Männer und Frauen warfen nach ihm. Zuletzt sprang RostefeilesBruder mit einem dicken und langen Knüppel heran und gab ihm einenSchlag auf den Kopf, daß ihm Lören und Sehen verging. Nach diesemSchlage sprang er auf, kam ganz rasend unter die Weiber und fiel soheftig unter sie, daß fünf von ihnen in den Fluß stürzten, der in derNähe und sehr tief war. Äästig rief da der Pfarrer und war schierhalb verzagt:
Seht, dort schwimmt Frau Iutte, meine Magd, mit ihrem Pelzeund Rocke I Seht, hier liegt auch noch ihr Spinnrocken I Helft ihr nunallzusammen; ich gebe euch zwei Tonnen Bier zum besten!
So ließen sie Braun für tot liegen und liefen schnell nach denWeibern und halfen alle fünf aus dem Wasser ziehen.