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einem Fädchen. Sie hatte noch Zeit, dem Buhen, der ihr in derTraggabel einen neuen Stoß Holz herausgebracht, zu sagen, er möchteeine Krankenwärterin bestellen. Am nächsten Tage lag sie schon inden letzten Zügen. Der Buhe hatte zwei Verwandte als Wärterinnenherausgebracht, und diese wußten, wie gut die Altsclimidja mit denarmen Seelen im Gletscher gewesen, und sie berieten zusammen, alsdie Nacht hereinbrach, was jetzt die Gletscherseelen wohl tun werden,wenn ihre gute Freundin gestorben sei. Da hörte man vor demFenster laut rufen: Schoch, Schoch, Schoch, d’Altschmidja lebt noch!Die Sterbende hob ein wenig den Kopf, und ein Lächeln der Freudeglitt über die runzeligen Züge, dann faltete sie die Hände und verschied.Da wurde es hell vor dem Fenster, als oh plötzlich der Vollmondhinter schwarzem Gewölke hervorbreche, und als die beiden Kranken-wärterinnen unter das Fenster traten, sahen sie, wie die flackerndenFlämmchen in langen Reihen langsam von der Hütte gegen denGletscher hinunterglitten wie in einer Prozession, und wenn sie heiden Gletscherspalten anlangten, plötzlich erloschen. Das werden diearmen Seelen sein, mit den Nachtlichtern, welche die Altsclimidja fürsie hat brennen lassen, sagten [sie zueinander, die gehen ihr nunzum Dank für ihre Guttaten das Geleite zu dem Orte, wo sie auchdas Letzte abbüßen wird. jegerieimer.
26. Der Heuberger.
Es ist eine Wintergestalt. Die Alpleute schlafen im Winter nach,was sie im Sommer sich an Nachtruhe abbrechen mußten, oft 9—10Stunden per Nacht. Während nun alles im tiefsten Winterschlafeliegt, um Mitternacht, nimmt er den Lornschlitten auf den Kopf, dieLaterne in die eine, den Bergstock in die andere Land und wandert ein-sam in die stille Nacht hinaus. Der Schnee knarrt und zischt unterseinem Fuß, die schwarze Zipfelmütze wird über die Ohren hinunter-gezogen, und die Lände sind durch gestrickte Landschuhe geschützt. DerLauch des Mundes gefriert ihm vor den Augen, und im Schnurrbartsetzt sich allgemach ein völliger Gletscher an. Wie lautlos still das Tal!Ist es die Grabesruhe unter dem kalten Leichentuch? Kein Jodler drängtsich heraus; erleichternd klingt ihm beim letzten Laus der dumpfe Anschlageines Glöckleins aus dem Kuhstall entgegen; ja selbst der eintönige Schreides Käuzleins freut ihn. Er ist doch nicht das einzige Lebewesen in diesertoten Winterwelt. Nun schreitet er bergan, immer höher, durch Tann-wald, über Schneestächen, unter denen die sonst so frischen Wiesen wieverzaubert schlafen, durch verschneite Felsgehänge, steilen Fußpfaden