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am sechsten oder siebenten. — Wo du hingehst! hatte der Knabegesagt, und der arme Pole erbte von ihr die Kinder, und sie konntenmiteinander so viel reden, als ein Pole verstehen mag, wenn einfranzösisches Kind russisch spricht, oder ein Französiern, wenn manmit ihm reden will auf polnisch. Nicht jeder geneigte Leser hättean seiner Stelle sein mögen. Er war es selber nicht gern. Was an-fangen jetzt? sagte er zu sich selbst. — Umkehren? — wo die Kin-der lassen? Weiter fahren? — wem bringen? Tue, was du sollst!sagte etwas in seinem Inwendigen zu ihm. Willst du die armen Kin-,der um das letzte und einzige bringen, was sie von ihrer Mutter zuerben haben, um dein Wort, das du ihr gegeben hast? Also knieteer mit den unglücklichen Waisen um den Leichnam herum und betetemit ihnen ein polnisches Vaterunser. Und führe uns nicht in Versu-chung! — Hernach ließ jedes ein Händlein voll Schnee zum Abschiedund eine Träne auf die kalte Brust der Mutter fallen, nämlich, daßsie ihr gerne die letzte Pflicht der Beerdigung antun wollten, wennsie könnten, und daß sie jetzt verlassene, unglückliche Kinder seien.Hernach fuhr er getrost mit ihnen weiter auf der Straße nach Peters-burg; denn es wollte ihm nicht eingehen, daß, der ihm die Kindleinanvertraut hatte, könne ihn stecken lassen; und als die große Stadtvor seinen Augen sich ausdehnte, wie ein Hauderer tut, der aucherst vor dem Tor fragt, wo er still halten soll, erkundigte er sichendlich bei den Kindern, so gut er sich verständlich machen konnte,wo denn der Vetter wohne, und erfuhr von ihnen, so gut er sie ver-stehen konnte: Wir wissen’s nicht. — Wie er denn hieße? — Wirwissen’s auch nicht. — Wie denn ihr eigener Geschlechtsname sei?— Charles. — Der geneigte Leser will schon wieder etwas merken,und wenn’s der Hausfreund für sich zu tun hätte, so wäre der HerrCharles der Vetter. Die Kinder wären versorgt, und die Erzählunghätte ein Ende. Allein die Wahrheit ist oft sinniger als die Erdich-tung. Nein, der Herr Charles ist der Vetter nicht,, sondern diesesNamens ein anderer, und bis auf diese Stunde weiß noch niemand,wie der wahre Vetter eigentlich heißt, nicht ob und wo in Peters-burg er wohnt. Also fuhr der arme Mann in großer Verlegenheit zweiTage lang in der Stadt herum und hatte Französiern feil. Aber nie-mand wollte ihn fragen: Wie teuer das Pärlein ? und der Herr Charlesbegehrte sie nicht einmal geschenkt und war noch nicht willens, eineszu behalten. Als aber ein Wort das andere gab und ihm der Poleschlicht und menschlich ihr Schicksal und seine Not erzählte: Eins,dachte er, will ich ihm abnehmen, und es füllte sich immer wärmerin seinem Busen; ich will ihm zwei abnehmen! dachte er, und alssich endlich die Kinder um ihn anschmiegten, meinend, er sei der
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