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Wollt’ ich sie gütlich dämpfen,
Und sollte nur gemachTropfweise nach und nachDer Schnee geschmolzen werden,
Würd’s Maien nie auf Erden.
Des Kampfgetümmels SpurenDeck’ ich mit grünen Fluren.“
A. E Fröhlich.
14. Versöhnuiigsgel'ahr.
Bei den Guten hat schon langeKeinen Glauben mehr die Schlange.
Aber sie möcht’ wieder kommenIn den Umgang mit den Frommen.
Und sie putzt sich: Perlen schimmern,
Gold und Edelsteine flimmern;
Und sie kömmt mit leisem TritteIn der Turteltauben Mitte.
„Bleibt“, ruft sie, „ich bring’ euch Freude!
Seht, ich bin im Sonntagskleide!
Wer könnt’ darin Böses wollen?“
„Mit des Wort’s, des Goldes Scheine,
Birgst du“, sagt der Tauben eine,
„Nicht der Augen furchtbar Hollen,
Nicht die Lippen giftgeschwollen.
Doppelt kenntlich, doppelt feindlichIst die Bosheit, tut sie freundlich!
A. E. Fröhlich.
15. Zucht.
„Nicht lass’ ich mich zäumen!“ ! Und stürze feldeinSchäumt wütend das Pferd; j Durch Ivlüft’ und Gestein;„Ich werde mich bäumen, j Denn besser zu sterben,
Mich wälzen zur Erd’. j Als knechtisch verderben!“
Und wenn sie mich schlagen, j „Gern liess ich mich zügeln“Zerreiss’ ich den Wagen, j Entgegnet &er Springer,