II. Lyrische Gedichte.
A. Lied, Ode, Elegie und ähnliche Formen
1. Mailied.
Es kommt ein wundersamer Knab’
Jtzt durch die Welt gegangen,
Und wo er geht, bergauf, bergab,
Hebt sich ein Glast und Prangen.
In frischem Grün steht Feld und Tal,
Die Vögel singen allzumal,
Ein Blütenschnee und RegenFällt nieder allerwegen.
Drum singen wir im Wald dies LiedMit Hei- und Tralaleyen,
Wir singen’s, weil es spriesst und blühtAls Gruss dem jungen Maien.
Den Mai ergötzt Gebrumm und Summ,
Ist immer guter Laune,
Drum schwirren durch den Tann herumDie Maienkäfer braune,
Und aus dem Moos wächst schnell herfürDer Frühlingsblume schönste Zier,
Die weissen Glocken läutenDen Maien ein mit Freuden.
Drum singen wir im Wald dies LiedMit Hei- und Tralaleyen,
Wir singen’s, w r eil es spriesst und blühtAls Gruss dem jungen Maien,
Aus dem „Trompeter von Säckingen“v. Jos. Y. Scheffel.