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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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Ängstlich, ihr Odem war kurz, und im Laufen entflog der Pantoffel.Jene ging zu der Pf out und öffnete. Näher und näherKam das Geklins und das Klatschen der Peitsch und der Pferde

O

Getrampel;

Und nun schwebte der Schlitten herein durch die Pforte des Hofes,Hielt an der Tür und es schnoben, beschneit und dampfend, diePferde.

Mütterchen eilte hinzu: Willkommen, rief sie, willkommen!Küsst und umarmte den heben Sohn, der zuerst aus dem SchlittenSprang, und half der Tochter aus dem zottigen Fussack,

Löst ihr die sammtne Kapuz und küsste sie; Tränen der FreudeRannen von ihrem Gesicht auf die schönen Wangen der Tochter.Aber, wo bleibt mein Yater? Frist doch gesund am Geburtstag?Fragte der Sohn. Da tuschte mit winkenden Händen die Mutter:Still, er schläft! Nun lasst die beschneiten Mäntel euch abziehn,Und dann weck ihn mit Küssen, du hebe, trauteste Tochter!Armes Kind, das Gesicht ist dir ganz rot von dem Ostwind!Aber die Stube ist warm und gleich soll der Kaffee bereit sein.Also sprach sie, und hängt an gedrechselte Knöpfe die Mäntel.Öffnete leise die Klink und liess die Kinder hinein gehn.

Aber die junge Frau mit schönem, lächelndem AntlitzHüpfte hinzu, und küsste des Greisen Wange; erschrockenSah er empor, und hing in seiner Kinder Umarmung.

II. V o s s.

23. Das Habermus.

sHabermues war fertig! se chömmet, ihr Chinder, und esset!Betet: Aller Augen und gent mer ordeli Aclitig,

Ass nit eim am ruessige Tüpfis Ermeli schwarz wird.

Esset denn, und segnichs Gott und wachset und trüejet.DHaberchörnli hät der Ätti zwische de FureGsäit mit flissiger Hand und abeg'egget im Früeijohr.

Ass es gwachsen iscli und zitig worde, für sei chaEuen Ätti nüt, sei tuet de Yater im Himmel.

Denket numme, Chinder, es schloft im mehlige ChörnliClilei und zart e Chimli; das Chimli tuetich ke Schnüfli,

Nei, es schloft, und seit kei Wort, und isst nit und trinkt nit,