Buch 
Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
Entstehung
Seite
61
JPEG-Download
 

Unterdrückten half er auf.

Wie er einst den Feind bezwungen,Wie er einst das Reich gerettet,Rettet er, wer zu ihm floh.

Aber ihn verfolgt das Schicksal:Annut und der Bösen Neid.

Lass dem Neid uns und der ArmutStill entgehn! sprach Placidus.

Auf! Lass uns dem Fleisse dienen!Sprach sein Weib,und, gute Knaben,Tapfre Knaben folget uns!

Also gingen sie; im WaldeTraf sie eine Räuberschar,

Trennen Tater, Mutter, Kinder.

Lange sucht der Held sie auf.

Placidus! rief eine StimmeIhm im hochbeherzten Busen,

Dulde dich, du findest sie.

Und er kam vor eine Hütte.

Kehre Wandrer bei mir ein!

Sprach der Landmann,du hist traurigAuf und fasse neuen Mut!

Wen das Schicksal drückt, den lieht esWems entzieht, dem wills vergelten,Wer die Zeit erharret, siegt.

Und er ward des Mannes Gärtner,Dient ihm unerkannt und treu,

Pflegend tief in seinem HerzenEine bittre Frucht, Geduld:

Placidus, rief eine StimmeIhm im tiefbedrängten Busen

Dulde dich, du findest sie.

So verstrichen Jahr auf Jahre,

Bis ein wilder Krieg entsprang.

Wo ist Placidus, mein Feldherr?