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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
Entstehung
Seite
81
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59. Auf der Ufenau.

Hier unter diesem Rasengrün,

Wo wir in Jugend stehn,

Da liegt ein Ritter frei und kühn,

Wie keiner mehr zu sehn!

Er floh herein vom römschert Reich,Trug einen Lorbeerkranz,

Das Antlitz zorn- und kummerbleich,Das Aug voll Sonnenglanz!

Und wo die Well den BlumenstrandIn holder Minne küsst,

Warf er sein Schwert auf sichres LandUnd rief: Sei mir gegrüsst!

In schwerer Not sank er dahin,Zerbrochen das Gebein;

Doch glühte noch sein starker SinnIm Tod wie junger Wein.

Nun weht sein Schatten um uns her,Nun ruft sein Geist uns zu:

Ich war ein Schiff auf wildem Meer,Ich kannte keine Ruh!

Ihr wisst, was ich gestritten hab,

Und was gelitten auch!

Doch stieg ich nochmals aus dem Grab,Ubt ich den gleichen Brauch.

Die Qual verfliegt, die Sorg ist klein.Nun bin ich unbeschwert;

Die besten Freunde nannt ich mein,

Und fand mich ihrer wert!

Ihr lieben Brüder, wagt es nur,

Und achtt die Not gering!

Das Elend zeigt die goldne Spur,

Wo sich ein Held erging.

Du lichter Schatten, habe Dank!

Gut sprach dein kühner Mund!