Und der Kinder Schrei nach BrotLähmt auch ihm die freien Schwingen!
Manchen hab’ ich so gekannt!
Nach den Wolken flog sein Streben: —Tief im Staube von der HandIn den Mund doch musst’ er leben!Eingepfercht und eingedornt,
Ächzt’ er zwischen Tür’ und Angel;
Der Bedarf hat ihn gespornt,
Und gepeitscht hat ihn der Mangel.
Also schrieb er Blatt auf Blatt,
Bleich und mit verhärmten Wangen,Während draussen Blum’ und BlattSich im Morgenwinde schwangen.Nachtigall und Drossel schlug,
Lerche sang und Habicht kreiste: —
Er hing über seinem Buch,
Tagelöhner mit dem Geiste!
Dennoch, ob sein Herz auch schrie,Blieb er tapfer, blieb ergeben:
„Dieses auch ist Poesie,
Denn es ist das Menschenleben!“
Und wenn gar der Mut ihm sank,
Hielt er fest sich an dem Einen:
„Meine Ehre wahrt’ ich blank;
Was ich tu’, ist für die Meinen!“
Endlich liess ihn doch die Kraft!
Aus sein Hingen, aus sein Schaffen!
Nur zuweilen, fieberhaft,
Könnt’ er noch empor sich raffen!
Nachts oft von der Muse KussFühlt er seine Schläfe pochen;
Frei dann flog der Genius,
Den des Tages Drang gebrochen!