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Walther Fürst.
Ihr seid zu rasch. Der Bube war des Vogts;
Von eurer Obrigkeit war er gesendet.
Ihr wart in Straf gefallen, musstet euch,
Wie schwer sie war, der Busse schweigend fügen.
M e 1 c h t h al.
Ertragen sollt’ ich die leichtfert’ge RedeDes Unverschämten: »Wenn der Bauer BrotWollt essen, mög’ er selbst am Pfluge zieh’n!«
In die Seele schnitt mir’s, als der Bub’ die Ochsen,Die schönen Tiere, von dem Pfluge spannte;
Dumpf brüllten sie, als hätten sie GefühlDer Ungebühr, und stiessen mit den Hörnern;
Da übernahm mich der gerechte Zorn,
Und, meiner selbst nicht Herr, schlug ich den Boten.
Walther Fürst.
O, kaum bezwingen wir das eig’ne Herz;
Wie soll die rasche Jugend sich bezähmen!
M e 1 c h t h a 1.
Mich jammert nur der Vater. — Er bedarfSo sehr der Pflege, und sein Sohn ist fern.
Der Vogt ist ihm gehässig, weil er stetsFür Recht und Freiheit redlich hat gestritten.
D’rum werden sie den alten Mann bedrängen,
Und niemand ist, der ihn vor Unglimpf schütze.
— Werde mit mir, was will, ich muss hinüber.
Walther Fürst.
Erwartet nur und fasst euch in Geduld,
Bis Nachricht uns herüber kommt vom Walde.
— Ich höre klopfen, gellt — vielleicht ein BoteVom Landvogt — geht hfnein — ihr seid in UriNicht sicher vor des Landenbergers Arm,
Denn die Tyrannen reichen sich die Hände.