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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
Entstehung
Seite
171
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Walther Fürst.

0 Freund, da habt ihrs gleich mit einem Blicke?Stauffacher.

Ein solches ist in Uri nie gewesen

Seit Menschendenken war kein Twinghof hier,

Und fest war keine Wohnung, als das Grab.

Walther Fürst.

Ein Grab der Freiheit ists, ihr nennts mit Namen.Stauffacher.

Herr Walther Fürst, ich will euch nicht verhalten,Nicht eine müssge Neugier führt mich her;

Mich drücken schwere Sorgen Drangsal hab ichZu Haus verlassen, Drangsal find ich hier,ßenn ganz unleidlich ists, was wir erdulden,

Und dieses Dranges ist kein Ziel zu sehn.

Frei war der Schweizer von Uralters her,

Wir sinds gewohnt, dass man uns gut begegnet.Ein solches war im Lande nie erlebt,

Solang ein Hirte trieb auf diesen Bergen.

Walther Fürst.

Ja, es ist ohne Beispiel, wie sies treiben!

Auch unser edle Herr von Attinghausen,

Der noch die alten Zeiten hat gesehn,

Meint selber, es sei nicht mehr zu ertragen.

Stauffach er.

Auch drüben unterm Wald geht Schweres vor,

Und blutig wirds gebüsst. Der Wolfenschiessen,Des Kaisers Vogt, der auf dem Rossberg hauste,Gelüsten trug er nach verbotner Frucht!Baumgartens Weib, der haushält zu Alzellen,

Wollt er zu frecher Ungebühr missbrauchen,

Und mit der Axt hat ihn der Mann erschlagen.

Walther Fürst,

0, die Gerichte Gottes sind gerecht!