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Rösselmann.
Kommt, kommt, und bringt der Mutter ihren Sohn!
(Sie wollen ihn wegführen).
G e s s 1 e r.
Teil, höre!
Teil (kommt zurück).
Was befehlt ihr, Herr?
G e s s 1 e r.
Du stecktest
Noch einen zweiten Pfeil zu dir — ja ja,
Ich sah es wohl — was meintest du damit?
Teil (verlegen).
Herr, das ist also bräuchüch bei den Schützen.
G e s s 1 e r.
Nein, Teil, die Antwort lass’ ich dir nicht gelten;Es wird was andres wohl bedeutet haben.
Sag’ mir die W’ahrheit frisch und fröhlich, Teil;Was es auch sei, dein Leben siclir’ ich dir.
Wozu der zweite Pfeil ?
Teil.
Wohlan, o Herr,
Weil ihr mich meines Lebens habt gesichert —
So will ich euch die Wahrheit gründlich sagen.
(Er zieht den Pfeil aus dem Goller und sieht den Landvogt mit einem furchtbaren Blick an).
Mit diesem zweiten Pfeil durchschoss ich — euch,
Wenn ich mein liebes Kind getroffen hätte,
Und eurer — wahrlich, hätt’ ich nicht gefehlt.
G e s s 1 e r.
Wohl, Teil! Des Lebens hab’ ich dich gesichert!
Ich gab mein Ritterwort, das will ich halten —
Doch, weil ich deinen bösen Sinn erkannt,
Will ich dich führen lassen und verwahren,
Wo weder Mond noch Sonne dich bescheint,