Auf ihren Weg, wo sie vorbeigehn müssen,
Dass sie drauf stossen mit dem Aug’, und sichErinnern ihres Herrn, den sie vergessen.
Rudolph.
Das Volk hat aber doch gewisse Rechte —
G e s s I e r.
Die abzuwägen, ist jetzt keine Zeit!
— Weitschicht’ge Dinge sind im "Werk und Werden;Das Kaiserhaus will wachsen; was der VaterGlorreich begonnen, will der Sohn vollenden.
Dies kleine Volk ist uns ein Stein im Weg —
So oder so — es muss sich unterwerfen.
(Sie wollen vorüber. Die Frau wirft sieb vor dein Landvogt nieder).
Armgart.
Barmherzigkeit, Herr Landvogt! Gnade! Gnade!
G es s 1 er.
Was dringt ihr euch auf offner Strasse mirIn Weg — zurück!
Arnigart.
Mein Mann liegt im Gefängnis;Die armen Waisen schrei’n nach Brot — habt Mitleid,Gestrenger Herr, mit unserm grossen Elend.
Rudolph.
Wer seid ihr? Wer ist euer Mann?
Arm gart.
Ein armer
Wildheuer, guter Herr, vom Rigiberge,
Der überm Abgrund weg das freie GrasAbmähet von den schroffen Felsen wänden,
Wohin das Vieh sich nicht getraut zu steigen —
Rudolph (zum Landvogt).
Bei Gott! ein elend’ und erbärmlich Leben!
Ich bitt’ euch, gebt ihn los, den armen Mann!