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21. Neid.
1. Ls hockt vor seiner Schwelleein müder Bauersmann;
ein wandernder Geselle,der blickt ihn neidisch an.
2. Ach, wer's doch auch so hätte!
So seufzt er wehmutsvoll,
ich weiß noch keine Stätte,wo heut' ich rasten soll.
2. Doch jener brummt mit Grolle:
Wie schlecht ist das bestellt!
Ich quäl' mich an der Scholle,der Lump besitzt die Welt.
paus Barsch.
22. Mutterglaube.
1. Schint's emmel, daß-er doch no lebt:
Iez het-er einist gschribe,
doch froget-er-mer gar nid noh ...wo ist au d'Liebe blibe?
2 . I ha-n-em doch au gmeldet gha,i tüe-mer nümme traue;
wenn mir das d'lNueter gschribe hätt',o je, wie hätt'-i gschroue!
2 . vergißt-er-mi ächt zletzt am Lnd?
Doch nei, i bi jo 's Müeti,wo bättet für-ne Tag und Nacht,daß ihn de Herrgott bhüeti.
q. Ls fahrt-em vil jez dur de Sinn,
's isch Böses nüt derhinder,und wenn-er nümme schribe würd',so liebt-er-mi nid minder.
Mcrrg. Aiescr.
23. Das Erkennen.
1. Ein Wanderbursch mit dem Stab in der Handkommt wieder heim aus dem fremden Land.
2. Sein Haar ist bestäubt, sein Antlitz verbrannt;von wem wird der Bursch wohl zuerst erkannt?