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sich hauptsächlich der Hintersüße. Er ist nun allerdings keinSchnelläufer, aber immerhin für seine Arbeit stink genug. Derkurze, dünne, behaarte Schwanz ist ihm bei seiner Arbeit nichthinderlich.
3. Aber der Maulwurf macht nicht Gänge nur so aus Lange-weile. Mit seinem scharfen Gehör und seinem feinen Geruch be-merkt er in der Erde einen Engerling, einen Wurm, eine Schnecke,eine Maulwurfsgrille. Dahin bohrt er sich nun so schnell alsmöglich; dann wird der Übeltäter gepackt und verspeist. Dazusind die Zähne des Maulwurfs eingerichtet. Er besitzt Schneide-,Eck- und Backenzähne. Alle sind scharf und spitzig ; sie taugen treff-lich zum Durchstechen der harten Jnsektenpanzer. Wurzeln oderPflanzen könnte er damit nicht kauen; dazu hätte er stumpfe,höckerige Mahlzähne nötig. Wenn man einem gefangenen MaulwurfInsekten und Graswurzeln vorlegt, wird er jene gierig fressen,die Wurzeln aber liegen lassen; ja, er wird eher Hungers sterben,als daß er diese berührt. Und er braucht viel Nahrung, nämlichtäglich soviel, als das Gewicht seines Körpers beträgt. Dadurchist er nun höchst nützlich. Es ist gar nicht zu berechnen, wievielschädliches Ungeziefer ein Maulwurf in einem Sommer verzehrt.Wo dem Bauer die Maulwurfshügel unbequem werden, kanner sie ja mit dem Rechen verebnen. Wenn er aber die Maul-würfe fängt und tötet, so erweist er sich selbst einen schlechtenDienst und zeigt damit, daß er seine Freunde in der Tierweltnicht kennt.
4. Die Gänge des Maulwurfs sind kunstvoll verschlungenund haben an einem sichern Orte eine erweiterte Wohnung. Dieseteilt er mit drei bis fünf blinden, nackten Jungen, die er mitSorgfalt pflegt. Werden sie aber größer, so müssen sie sich selbstJagdreviere suchen; denn in seiner Nähe duldet der Maulwurfkeinen zweiten. Zeigt sich einer, so gibt es einen Kampf auf Lebenund Tod. Einer muß das Leben lassen und wird von dem andernsogleich aufgefressen. Im Winter geht der Maulwurf tiefer in dieErde, weil es ihm oben zu kalt wird und weil auch die Insektensich weiter in die Tiefe zurückziehen. Er sucht sich auch ein neuesRevier, wenn es im alten unsicher wird oder an Nahrung mangelt.