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trieben habe, damit sie nach Herzenslust Stecken und Ruten schneidenkönnen; auch der Hirt, der Viehtreiber und der Bergsteiger könnendes Haselstockes nicht wohl entbehren.
2. Schon im Sommer des vorigen Jahres hat der Strauchan seinen Zweigen die Ansätze zu den Blüten gebildet. Sie hangenals Würstchen an den Zweigen und sitzen als kleine Knospen in denBlattwinkeln. Er trägt nämlich, wie der Mais und die Buche,zweierlei Blüten. Aus jenen Würstchen entstehen die Staubblütenund aus den Knospen die Stempelblüten. Der Haselstrauch hatlange, bis er seine Frucht zur Reife bringt. Mehr als zwölfMonate dauert es vom ersten Erscheinen der Blüte bis zur vollenAusbildung der Frucht. Darum verliert er keine Zeit; er ent-faltet seine Blüten schon im Februar und scheut dabei Wind undWetter nicht. Die Kätzchen oder Staubblüten haben lange Stiele,die ringsum mit feinen Blütchen besetzt sind. Jedes derselben isthöchst einfach, ein kleines, oben etwas umgestülptes Blättchen, andessen Mittelrippe die Staubgefäße mit den Staubbeuteln stehen.Die Fruchtknötchen entdecken wir in den Knospenblüten, aus denendie dunkelroten Griffel herausschauen. Farbenpracht, Honig undWohlgeruch hat die Haselblüte nicht. Wenn der Wind die Staub-kätzchen schüttelt, stiegt ein Wölkchen von Blütenstaub aus, undwenn nur ein Staubkörnchen auf den Griffel kommt, reicht diesschon hin, daß sich eine Frucht bilden kann. Darum strecken sichdie Griffel so weit aus den Schüppchen heraus. Sie wollen einBlütenstäubchen auffangen, und das kann den meisten gelingen, daan einem Haselstrauch solche zu Millionen erzeugt werden. Habendie Kätzchen allen Staub ausgeschüttelt, so fallen sie ab. Ausden Fruchtblüten aber entwickeln sich im Laufe des Sommers dieHaselnüsse.
3. Im Mai sprießen die breiten Blätter hervor. Sie sindgroß, herzförmig, am Rande gesägt, vorn zugespitzt und fühlen sichhaarig an. Auf den Blättern spaziert oft ein kleiner, brauner Käferumher. Am meisten fällt uns an ihm der sehr lange, haardünneund gebogene Rüssel auf. Das Tierchen ist der Haselnuß-Rüssel-käfer, der die unreifen Haselnüsse aufsucht. Wollen wir das Käferchenbei seiner Arbeit belauschen, so müssen wir vorsichtig zu Werke gehen;