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5. Die beiden Bruder arbeiteten an den heißen Ernte-tagen unermüdlich im Schweiße ihres Angesichts. Sie warenmorgens am frühesten auf und legten sich abends am spätestenzur Ruhe.
6. Als die Ernte glücklich eingebracht war, bezahlte derBauer ihnen die zehn Taler und sprach: „Ihr habt euer»Lohn redlich berdient, und da gebe ich jedem von euch nocheuren halben Taler darüber".
Wenn Geschwister einig leben.
Treulich sich zu helfen streben —
Kann es etwas Schönres geben? Chr. Schund.
23. Am Morgen reich, am Abend arm.
1. Zwei arme Handwerker gingen einmal aus der Stadthinaus aufs Dorf zu einem reichen Bauer und wollten Kornvon ihm kaufen; denn es war teure Zeit, und sie wußten,daß bei jenem der ganze Boden schwer voll Frucht lag.
2. Als sie aber hinauskamen, hielt der Bauer sein Korn
so teuer, daß es die Leute nicht bezahlen konnten. «Denktdoch nur», sagten sie zu ihm, «wie schön das Getreide aufder Flur steht; in vier Wochen ist weit und breit reicheErnte; da wird das Korn wohlfeil genug; warum wollt IhrEueres länger liegen lassen?» — «Ja», sagte der Bauer,
«draußen auf dem Felde steht wohl ein schöner Reichtum;aber laßt einen Hagelschlag kommen, so ist’s aus mit derHerrlichkeit. Ich lobe mir das Korn in meinem Speicher,das ist mir sicher». —
3. Da gingen die Leute betrübt nach Hause. Während
sie daheim erzählten: «Wir haben wieder kein Korn, so und soist’s uns gegangen», zog über jenem Dorfe ein schweresGewitter hin, und der Blitz schlug in ein hohes Dach ein.Speicher und Haus gingen in Flammen auf, und vor dembrennenden Hause stand jammernd ein Mann; das war derreiche Bauer, der nun -- arm war. Die Saat des Feldes abernetzte der Herr mit fruchtbarem Regen. Kühner.