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Lesebuch für die Primarschulen des Kantons Appenzell Innerrhoden : viertes Schuljahr
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Es war ein Kern darin; der schmeckte so süß wie eine Nuß.Aber meinen Pfirsich hab' ich berkauft und so viel Geld dafürerhalten, daß ich, wenn ich nach der Stadt komme, Wohlzwölf dafür kaufen kann". - Der Vater schüttelte den Kopfund sagte: „Klug ist das Wohl, aber kindlich und natürlichwar es nicht. Du denkst nur an Geld und Gewinn; darumbewahre dich der Himmel, daß du kein Geizhals werdest!"

5. „Und du, Edmund?" fragte der Vater. Unbefangenund offen antwortete Edmund: „Ich habe meinen Pfirsichdem Knaben unseres Nachbars, dem kranken Georg, der dasFieber hat, gebracht. Er wollte ihn nicht annehmen. Dahab' ich ihm denselben aus das Bett gelegt und bin hinweg-gegangen".

„Nun", sagte der Vater, „wer hat denn wohl den bestenGebrauch von seinem Pfirsich gemacht?" Da riefen dieandern drei: „Das hat Bruder Edmund getan!" Edmundaber schwieg still. Und die Mutter umarmte ihn und fieutesich seines wohlwollenden Herzens. Krummacher.

38 . Du sollst nicht stehlen!

1. Christoph aß für sein Leben gern Apfel. Gab manihm einen solchen, so war er überaus froh. Seme Elternwaren ariu und hatten keinen Baumgarten; darum bekamder Knabe selten Obst, und nur von fremden Leuten.

2. Einst sah er aus dem Fenster seines Kämmerleinsin des Nachbars Garten. Da lagen rotwangige Äpfel undsaftreiche Birnen in Menge. Der Wind hatte sie herunter-geworfen. „Nimm sie!" sprach's in Christophs Herzen. „Nie-mand sieht's. Das Fenster ist nicht hoch. Eins, zwei, drei!und ich habe alle Taschen voll". — Er öffnet das Fenster.Schon sitzt er rittlings auf der Fensterbank. „Wart', wart',du Dieb!" ruft's da; „wart', wart'!" wiederholte eine tiefeStimme.