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2 . „Ich wohne beim Großvater. Sahen Sie schon einenalten Mann hungern? Mein Großvater hungert. Er kannnicht mehr arbeiten, und ich habe umsonst Arbeit gesucht, umetwas zu verdienen. Heute fragte ich nun den Großvater,ob ich nicht der Armenbehörde Mitteilung machen oder beiguten Leuten für ihn bitten dürfe. Er aber sagte, nie dürfeich das tun; er wolle nicht in fernen alten Tagen andernLeuten zur Last werden. Nun kain nur in den Sinn, ichkönnte mit Gemüsen oder Früchten handeln und etwas dabeiverdienen; aber ich habe kein Geld, um bei einem Gärtnereinzukaufen. Als ich nun Sie erblickte, fand ich den Mut,Sie zu bitten, mir einige von Ihren Erdbeerkörbchen anzu-vertrauen ; wenn ich sie verkauft habe, will ich das Geld sicherhieher bringen."
3. Die Frau schaute dem Kinde nochmals aufmerksamins Gesicht und sagte dann: „Ich will dir trauen! Da nimmdieses Dutzend Erdbeerkörbchen. Ich überlasse dir das Stückzu 30 Rp. Soviel kosten sie mich selbst. Du darfst von denLeuten 60 Rp. für eines fordern; aber. . . aber. . . vergißnicht, wieder zu konunen mit dem Geld!" Sie hüllte ihn:die Körbchen in feuchtes Moos und legte noch zwei Sträußevon roten und tveißen Rosen dazu; für diese nimmst du, wasman dir gibt!" Am folgenden Tage brachte das Mädchender Händlerin 3 Fr. 65 Rp. und erzählte ihr mit glücklichemGesicht, wie es die Beeren alle verkauft und für die Rosennoch einen Franken gelöst habe. Nun könne es bei einemGärtner Früchte einkaufen, und der liebe Großvater müssevon jetzt an keinen Mangel mehr leiden.
Kannst du heut was Rechtes tun.
Laß es nicht bis morgen ruh'n! Fislcr.
U
Pestalozzianum
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