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Lesebuch für die Primarschulen des Kantons Appenzell Innerrhoden : viertes Schuljahr
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4. Kaum eine Viertelstunde nachher kamen zwei Kutschenvoller Herren und Frauen. Die jungen Burschen und älternMänner gafften und sperrten die Mäuler auf, als solltenihnen Kutsche und Pferd da hineinfahren. Endlich sagte einer:Das ist gewiß der Herr, der zum Schlosse fährt!" Dazogen sie alle, einer nach dem andern, ganz langsam dieMütze vom Kopfe, obgleich die Wagen schon längst vorbeiwaren und an: Schlosse hielten. Nun gingen sie hin undgafften aus der Ferne. Da sahen sie den alten Herrn, vomPfarrer begleitet, zum Schlosse gehen und Jockli neben ihm.Der alte Herr war der Herr des Schlosses selbst, welcherseit vielen Jahren in fremden Kriegsdiensten gestanden hatteund nun zuriickkain. Er behielt den höflichen Jockli sogleichbei sich, kleidete ihn ganz neu und machte ihn zu seinemDiener. Jockli aber tvußte durch seine Höflichkeit und Dienst-fertigkeit alle Herzen zu gewinnen, und er war dabei so bravund treu, daß der alte Schloßherr sein ganzes Vertrauen inihn setzte und ihn endlich zum Verwalter aller seiner Güterinachte. Als der alte Schloßherr sterben wollte, vermachteer seinem lieben Verwalter im Testamente sogar eine großeGeldsumme und einen Bauernhof.

5. Von der Zeit an hielten die andern auch ihre Kinderzur Höflichkeit an. Und weiln noch irgend ein Grobian unterden Knaben war, so riefen sie alle, wie Jocklis Mutter:Jockli,zieh' das Käppli ab!" und es half.

Höflich und gefällig sein

Macht dich beliebt bei groß und klein. H. Zschvkke.

46. Wie Kaiser Karl eine Schule besuchte.

1. Ein Mönch von St Gallen erzählt: Nach langer Ab-wesenheit kam Kaiser Karl wieder nach Hause. Eines Tagesbesuchte er eine Schule. Die Schüler hatten Gedichte unddas Einmaleins aufzusagen. Es zeigte sich, daß die armen